Rechtliche Grauzone: Privater Drogensuchhund in Deutschland

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Polizeidiensthunde zum Aufspüren von Suchtmitteln haben seit ­kurzem private Konkurrenz bekommen. Ein Hundetrainer aus Krefeld bietet bundesweit den Einsatz seines privaten Drogenspürhundes Thor an. Im Gegensatz zu polizeilichen Einsätzen sei er nicht verpflichtet, im Falle des Aufspürens eines Drogenfundes Anzeige zu erstatten, so der Hundetrainer. Aus Polizeikreisen war allerdings zu erfahren, dass es sich hierbei um eine rechtliche Grauzone handelt.

Der Einsatz eines Drogenspürhundes im privaten Bereich lässt sich seit Mai dieses Jahres bundesweit mieten. Der 50-jährige Reiner Reuther ist der erste Anbieter eines solchen Dienstes in Deutschland. Sowohl er als auch sein Drogensuchhund Thor, ein Malinois, haben in Texas eine zweimonatige Ausbildung absolviert und sind von der US-Anti-Drogenbehörde DEA zertifiziert. In Deutschland wäre eine solche Ausbildung einer Privatperson und deren Hund gar nicht möglich. Hier dürfen nur Behörden mit Drogen zum ­Zwecke der Hundeausbildung hantieren.

Ob es das Kinderzimmer der ­Tochter betrifft, eine Diskothek oder Räumlich­keiten in einer Schule, Thor soll zuverlässig versteckte Suchtmittel finden. Er könne seinen Auftraggebern, zu denen besorgte Eltern ebenso wie Geschäftsinhaber oder Schuldirektoren gehören könnten, Anonymität und Diskretion anbieten. Andererseits aber komme Reuther auf Wunsch auch mit auffälliger Dienstkleidung, v.a. dann, wenn es um eine vorbeugende oder abschreckende Wirkung gehen soll.

Rechtlich sei alles in Ordnung, so Reuther, da Drogenspürhund Thor das Drogenversteck lediglich anzeige. Eine weitere Untersuchung solcher Funde durch Reuther erfolge nicht. Auf seiner Website http://www.drogenhunde.de informiert der Hundetrainer seine potenziellen Kunden, dass er „im Gegensatz zu den behördlichen Ermittlungsbehörden" nicht „dem sog. Legalitätsprinzip" unterliege, d.h. er sei nicht zur Strafanzeigenerstattung verpflichtet. Was mit dem Sucht­mittel weiter passiert, liegt also in der Hand des Auftraggebers, der zudem anonym bleiben kann, so Reuther. Solche Dienste seien in den USA und Großbritannien schon lange üblich, er wolle dieses Geschäftsmodell nun in Deutschland etablieren, so Reuther.

In Polizeikreisen sieht man das hin­gegen nicht so locker. Denn das Hantieren mit Drogen sei bei uns ­ausschließlich Sache staatlicher Behörden, so ein Polizeibeamter zu WUFF. Es würde sich hier um eine Grauzone handeln. Eine rechtliche Stellungnahme aus dem Justiz­ministerium liegt derzeit noch nicht vor. WUFF wird weiter berichten.

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