Redaktionshund Pauli: Erlebnisreicher erster Monat

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Ein Hundeleben beginnt. In dieser Ausgabe geht es um das Alleinebleiben-lernen, und außerdem besucht Pauli eine American Bulldog-Show, wo er viele seiner Artgenossen trifft. Und schließlich macht er auch seine erste große Reise nach München, wo er „hundepolitisch“ aktiv wird …

In der letzten WUFF-Ausgabe habe ich über den Einzug des neuen Redaktionshundes Pauli und seinen Start ins neue Leben geschrieben. Mittlerweile ist wieder ein Monat vergangen und Pauli hat sich bereits fast verdoppelt – und zwar von 6,5 auf 12 Kilogramm. Man kann regelrecht beim Wachsen zusehen.

Alleinebleiben
Pauli lernt von der ersten Minute an im Alltag alle wichtigen Dinge, wie Auslassen, Herankommen und auch spielerisch Bringen, Hinsetzen usw. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Erlernen des Alleinebleibens, das allerdings jetzt am Anfang eine Stunde noch nicht überschreitet. Ich habe das Vorzimmer als hundegerechtes „Alleinebleibzimmer“ hergerichtet. Ein Babytrenngitter schützt die Schuhe, die Teppiche sind weggeräumt und keine losen Kabel liegen herum. Da ich aber stets wissen will, was Pauli allein zu Hause so treibt und ob er vielleicht jault, habe ich eine Furbo-Hundekamera installiert. Für ihn unerreichbar hinter dem Trenngitter. Eines Tages – ich bin auswärts beim Abendessen – bekomme ich auf meinem Smartphone keinen Kontakt zur Hundekamera mehr. Als ich wieder nach Hause komme, ist klar warum. Pauli hat das Kabel der Hundekamera mit seinen Pfoten durch das Trenngitter herausgezogen und zerbissen. Ab jetzt bin ich vorgewarnt.

Meine Freunde haben mit ihrer Schadenfreude nicht hinter dem Berg gehalten. Kommentare wie „Pauli hat die Endbenutzervereinbarung nicht akzeptiert“, „Pauli hat der Datenschutzgrundverordnung nicht zugestimmt“ oder „Er hat dir halt gezeigt, was er von seiner Videoüberwachung hält“ waren an der Tagesordnung. Man kann zum Hund über die Kamera übrigens auch sprechen. Das funktioniert erstaunlich gut. Ein „Aus“ aus dem Lautsprecher der Kamera, als er wieder versuchte, die Kamera durch die Trenngitterstäbe anzupföteln, hat funktioniert.

Tja, und als ich dann den neuen Beitrag von Maximilian Pisacane über die „Helikopter-Halter“ lese, fühle ich mich ertappt. Bin ich ein „Helikopter-Vater“, der sein Kind stets unter Kontrolle haben will? Ja, ich gestehe es mir ein und nehme mir vor, meinem Pauli mehr Vertrauen entgegenzubringen. Wobei – wenn ich sehe, dass er Steine ins Maul nimmt und ein anderes Mal in seinem Kot winzig kleine Steinchen finde, bin ich gerne ein Kontrollfreak. Ein altes Sprichwort sagt „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, und Pauli braucht in der Tat sehr viel Kontrolle. Er ist gerade in der „oralen Phase“ und an allem dran, was ihm unterkommt.

Prägung usw.
Beinahe täglich trifft Pauli andere Hunde, was in diesem Lebensabschnitt sehr wichtig ist. Allerdings nur Hunde, die ich kenne und einschätzen kann. Natürlich soll er auch negative Erfahrungen machen dürfen, aber jedenfalls keine traumatischen Erlebnisse. Dabei ist mir aufgefallen, dass es gar nicht so leicht ist, souveräne erwachsene Hunde zu finden, die mit einem Welpen richtig umgehen können.

An einem Wochenende Anfang Juli war ich mit Pauli bei einer American Bulldog-Show, wo er auf zwei seiner Geschwister traf. Die Wiedersehensfreude war kleiner als vermutet. Ich hatte den Eindruck, dass sie gar nicht so über das Treffen erfreut waren. Spielen war nicht, eher ein Dulden. Die anderen beiden sind ein Team, weil sie noch zusammen leben, und Pauli riecht eben schon anders als sie, also gehört er offensichtlich nicht mehr dazu. Vielleicht habe ich das auch zu menschlich gesehen. Dafür hat Pauli an diesem Wochenende viele erwachsene Vertreter seiner Rasse getroffen, die ihm sehr imponiert haben. Mit einem lieben Rüden hat er sich richtig angefreundet und zog die ganze Zeit immer wieder zu ihm hin.

München ruft …
Und schließlich war Pauli dann noch in München, wo er Freunde besuchte (natürlich mit Hund) und anschließend war er im Tierheim München bei der Veranstaltung „Ein Herz für alle Rassen“, wo es um die bayerische Hundeverordnung ging. Der WUFF-Herausgeber Dr. Hans Mosser hielt neben zahlreichen Politikern und Hundeexperten einen Vortrag zum Thema Listenhunde. Ziel war, dass im Tierheim befindliche sog. Kategorie 1-Hunde (Staffords, Pitbulls etc.) über das im Gesetz verankerte „berechtigte Interesse“ in Bayern wieder vermittelt werden können. Derzeit ist das nicht der Fall. Das war sozusagen Paulis erster „hundepolitischer“ Einsatz.
So war der erste Monat im neuen Zuhause für Pauli eine ereignisreiche Zeit, die ihm – quasi so nebenbei – bereits wichtige Erfahrungen für sein weiteres Leben brachte.

Pdf zu diesem Artikel: redaktionshund_pauli_0918

 

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