Reinste Glückseligkeit

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Der WUFF-MISCHLINGSCHAMPION

Die ersten beiden Lebensjahre der Windhund-­Mischlingshündin Mona liegen im Dunkeln.
Nach einem nicht ganz so leichten Start ­entwickelte sich die Beziehung ­zwischen Mona und ihrem neuen Frauchen (sowie ­der­en 5 Katzen) zu einer ganz besonderen.

Silvia Binder, Inhaberin eines Hunde- und Katzensalons in Salzburg, hat es immer schon zu Tieren gezogen. Es begann mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit für eine Katzenschutzorganisation, aus der dann immerhin 20 Jahre wurden … Dann aber wollte sich die Tier­liebhaberin endlich einen schon lange bestehenden Wunsch erfüllen: Einen eigenen Hund.

Im Juli 2006 war aufgrund beruflicher Verhältnisse, die etwas mehr Freiraum boten, für Silvia Binder der ideale Zeitpunkt, sich einen Hund ins Haus zu holen. Jetzt konnte sie sich endlich in Ruhe umschauen, welcher Hund denn am besten zu ihr passen würde. Denn im Hause einer Katzenlieb­haberin würde ein Hund ja wohl nicht der einzige Vierbeiner sein. ­Tatsächlich lebten damals nämlich 5 Katzen im Haus, die alle ein Handicap hatten und deswegen von der Katzenschutzorganisation nicht weiter vermittelt werden konnten. Dass der Hund also katzenfreundlich sein musste, war eine Grundbedingung.

Der zukünftige Hund sollte aber auch nicht groß sein, denn bei Silvia ­stellten sich – nach eigener Aussage – ­„altersbedingte kleine ­Wehwehchen“ ein. Also ein kleiner Hund. Aber, er sollte sportlich sein, denn die zu­künftige Hundebesitzerin wollte mit ihm gerne Agility machen können. Dann sollte es eine Hündin sein und nach Möglichkeit langes Fell haben, damit Silvia auch ihren Beruf als ­Hundefriseurin repräsentieren konnte.

Klare Angaben also, die tatsächlich nach einigen Wochen Suche erfüllt werden konnten, d.h. fast erfüllt.
Denn das mit dem langen Fell war nicht so wie gewünscht, aber ­daran sollte es nicht scheitern. Silvia fand ihre Mona, eine Windhund-­Mischlingshündin, in einem Gnadenhof in Lochen ­(Oberösterreich). Seit 6 Monaten lebte sie dort, sie soll bissig und sehr scheu gewesen sein, heißt es. Circa zwei Jahre alt, sei sie als ­Streunerhund gerettet worden. Die ganze ­Lebensgeschichte war jedoch nicht wirklich herauszufinden ge­wesen.

Ja, scheu war Mona wirklich. „Sie wich keinen Meter von meiner Seite und ängstigte sich vor allem“, erzählt Silvia, „und Autofahren war eines der schlimmsten Dinge für sie, monate­lang erbrach sie sich beim Auto­fahren.“ Doch auch in der Begegnung mit ihrer Umwelt lief es nicht so, wie es sein sollte. Bei großen Hunden und ganz speziell bei Schäferhunden habe Mona aus Angst sofort gepinkelt. Sie kannte keine Hundespielsachen und hatte große Angst vor Stöcken, Schirmen und dergleichen Gegenständen.

Silvia erinnert sich: „Viel Arbeit lag vor mir, jedoch Mona lernte schnell“. Sie ergänzt, „Viel zu schnell!“ Denn nicht nur, dass Mona ihre Angst bspw. vor fahrenden Autos verlor, die wurden jetzt sogar interessant Das aber hieß für Frauchen, beim ­Hundespaziergang höchste Aufmerksamkeit walten zu lassen. Es war also Zeit für die ­Hundeschule.

Mona absolvierte die Begleithundeprüfung, und nun wollte Silvia es mit Agility angehen. Ihre Hündin erwies sich darin als derart talentiert, dass sie 2009 in der Salzburger/Oberöster­reichischen Landesmeisterschaft den 3. Platz von ca. 40 Startern erreichte.

Wie erreicht Silvia bei ihrer Hündin diese Erfolge? „Für Futter tut sie ­einfach alles,“ erklärt Silvia. „So lernt sie auch mit ­Freude alle Hunde­tricks, die ich ihr zeige.“ Auch unter der Woche ist Mona ständig bei ihrem Frauchen im Katzen- und Hundesalon, und alle ­Kunden loben die Hündin für ihre Freundlichkeit.

Was macht die mittlerweile 7 Jahre alte Mona so besonders für Silvia Binder, haben wir die Hunde­friseurin gefragt und diese Antwort erhalten: „Das, was Mona so besonders macht, ist ihre Selbständig­keit. Obwohl sie meine Wünsche und Kommandos befolgt, hat sie genügend Freiraum, wo sie Hund sein kann und dies auch genießt. Durch das Zusammen­leben mit meinen Katzen hat sie sich auch so manches kätzische ­Verhalten an­geeignet, was mich als Katzen­freundin sehr erfreut. Wenn abends alle Katzen und meine Hündin bei mir auf der Couch angeschmiegt liegen, ist dies die reinste Glückseligkeit.“

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