Schweizer Ehepaar mit Hund von Kühen attackiert und verletzt

0
151
Das Schweizer Ehepaar missachtete Zaun und Warnschilder und wurde von den Jungrindern attackiert. (Symbolfoto © AdobeStock)
Das Schweizer Ehepaar missachtete Zaun und Warnschilder und wurde von den Jungrindern attackiert. (Symbolfoto © AdobeStock)

Ein Ehepaar aus der Schweiz ist Dienstagmittag (30. Juni) in Neustift im Stubaital (Tirol) bei einer Wanderung am Talwanderweg Volderau von Kühen attackiert und verletzt worden. Der 63-Jährige führte einen Hund an der Leine mit sich, als sie ein abgezäuntes und mit Warnhinweisen beschildertes Weidegebiet betraten. Der Mann ging mit dem angeleinten Hund voraus, um an der Herde vorbeizugehen.

Die Jungkühe gingen dann laut Polizei plötzlich auf ihn und den Hund los. Obwohl der Wanderer die Hundeleine sofort losließ, rannten die Kühe weiter auf das Ehepaar zu. Der 63-Jährige und seine 59-jährige Frau gerieten zwischen die aufgebrachten Tiere und wurden „attackiert und niedergestoßen“, hieß es. Dabei wurden die beiden verletzt. Nach dem Vorfall gingen sie selbstständig zum Arzt in Neustift im Stubaital und wurden nach der Erstversorgung mit der Rettung in die Innsbrucker Klinik eingeliefert.

Versicherungsverband Österreich (VVO) informiert
Bei rund 90 % der Unfälle mit Rindern ist ein Hund der Auslöser. Wie also verhält man sich in der Gegenwart von Kühen als Hundehalter und Wanderer richtig? Kühe sind weitgehend friedliche Tiere und neigen erst zum Angriff, wenn sie sich arg bedrängt und bedroht fühlen. Also sollte man der Herde großzügig ausweichen, am besten bergauf. Als Hundehalter sollte man den Hund immer an der Leine führen und in der Mitte der Gruppe halten. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Hund sich ruhig verhält. Besondere Vorsicht ist bei Herden mit Stieren, Mutterkühen und Jungtieren geboten.

10 Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh

  1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!
  2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!
  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Mit einem Hund soll man den Kontakt zu Herden mit Stieren, Mutterkühen und Jungtieren daher überhaupt vermeiden!
  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort die Leine loslassen!
  5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!
  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!
  8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
  9. Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!
  10. Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!

„Wir haben gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium sowohl für die TierhalterInnen als auch für die Freizeit- und Tourismusgäste Verhaltensregeln erarbeitet, damit jeder weiß, was von ihm erwartet wird“, unterstreicht Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich. „Alle sind aufgerufen mitzuhelfen, damit sowohl Alm- und Weidewirtschaft als auch Tourismus funktionieren und Unfälle vermieden werden können.“ (Quelle: APA + OTS/VVO)

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT