Serie Berufshunde: Der Jagdhund – nicht nur ein jagender Hund

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Der Neandertaler jagte mit Speeren oder verwendete Steine um Beutetiere, zu ­töten. In der ausgehenden Steinzeit, vor ca. 30.000 Jahren, nahmen Pfeil und ­Bogen den Platz der einfachen Waffen ein. Der Mensch konnte Wild nun leichter und auf größere Entfernung erlegen. Die ­Domestikation des Wolfes zum Hund wird von Wissenschaftlern etwa auf die gleiche Zeit datiert wie das Aufkommen von Pfeil und Bogen. Wölfe sollen dem Menschen gefolgt sein, sich an Beuteresten bedient haben und so immer zahmer geworden sein. Im Laufe der Zeit haben diese „Wolfshunde“ den Menschen immer ­aktiver bei der Jagd unterstützt. Die Jagd ist also eindeutig die älteste Kooperation zwischen Mensch und Hund und dürfte ­somit auch eine Grundlage der Domestikation des Wolfes gewesen sein.

Der Jagdhund – Welche Rassen sind geeignet?
Natürlich sind die heutigen, modernen Jagdhunderassen mit den „Wolfshunden“ der Steinzeitmenschen nicht mehr ­vergleichbar. Im Laufe der Jahrtausende haben sich durch Selektion auf die ­Bedürfnisse der Jagd wahre Jagd­­­s­­pezia­­­­listen entwickelt. In Größe, Gewicht und körperlicher „Ausstattung“ unterscheiden sich die heute als Jagdgebrauchshunde bezeichneten Rassen in ihrem Exterieur extrem.

Einsatzgebiet Wald: Stöberhunde – Einsatz vor dem Schuss
Der Hund sucht selbständig nach dem Wild im Wald, schreckt es auf und soll es unter Spur- bzw. Fährtenlaut vor das­ ­Gewehr des Jägers scheuchen. Bevorzugt werden hier kleinere, leichtere Rassen, die gut durch das Unterholz streifen ­können, aber auch Baumstämme und ­andere Hindernisse leicht überwinden können. Die FCI weist die Spaniel-­Rassen, also z.B. Cocker Spaniel, ­Springer Spaniel und den Deutschen Wachtelhund als Stöberhunderassen aus.

Einsatzgebiet offenes Feld: Vorstehhunde – Einsatz vor dem Schuss
Diese Rassen suchen „mit hoher Nase“ (die Nase ist nicht auf dem Boden wie beim Fährten) weite Flächen wie Äcker oder Stoppelfelder ab. Bei Vorstehhunden erkennt man das Ergebnis von Selektion wohl am eindrucksvollsten. Hat der Hund das Niederwild aufgespürt, kann man die genetisch festgelegte Beutegreifhemmung erkennen. Der Hund steht, mit gehobenem Vorderlauf, wie versteinert vor Hase oder Fasan. Vorstehrassen sind unter anderen Deutsch Draht-, Lang- und Kurzhaar, großer und kleiner Münsterländer, die Setter-Schläge und der ­Magyar Vizsla.

Einsatzgebiet Schweißarbeit: Schweißhunde – Einsatz nach Schuss oder Unfall
Wird das Wild durch den Schuss oder einen Unfall verletzt, kommen Schweißhunde zur Nachsuche zum Einsatz. „Schweißen“ nennt der Jäger blutendes Wild, diese Spur wird vom Hund ausgearbeitet. Bei der Arbeit des Hundes kommt in der Regel der traditionelle „Schweißriemen“ zum Einsatz, ein ­mindestens 10 m langer Lederriemen. Bayrischer Gebirgsschweißhund, ­Hannoverscher Schweißhund und ­alpenländische Dachsbracke, jedoch auch Dackel werden auf „schweißendes“ Wild angesetzt.

Einsatzgebiet Wasser: wasserfreudige Hunde – Einsatz vor und nach dem Schuss
An Teichen und Seen mit ausgeprägten Schilfgürteln und an Altarmen von ­Flüssen kommen wasserfreudige Hunde wie Spaniel, Wachtelhund und Retriever zum Einsatz. Deren Aufgabe ist nicht nur das Aufscheuchen von Wasservögeln, auch das Apportieren nach dem Schuss ist wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Einsatzgebiet unter der Erde: Bauhunde – Einsatz vor dem Schuss
Die klassische Arbeit für den Dackel, ­den Deutschen Jagdterrier und britische ­Terrier-Schläge. Diese mutigen kleinen Hunde müssen im Bau hartnäckig, ­zielbewusst und beharrlich an Fuchs, Dachs und Marder dran bleiben, ­verlassen diese ja nicht immer freiwillig ihre Höhle. Auch nachdem die Beute den Bau verlassen hat, muss der kleine ­Jagdhund unerbittlich die Verfolgung aufnehmen und das Wild stellen und ­anzeigen.

Einsatzgebiet Hetz- und Meutejagd: Windhunde, Meutehunde – Einsatz vor dem Schuss
Hetzjagd ist in Deutschland nach §19 Abs. 1 Nr. 16 Bundesjagdgesetz verboten. In Ländern wie Spanien, Frankreich und Großbritannien in Europa, in arabischen und afrikanischen Ländern und in den USA wird die Hetzjagd noch betrieben. Meutejagd ist in Großbritannien seit 2005 zwar eingeschränkt, aber nicht verboten. Eingesetzt werden in Spanien Galgos, in Frankreich die Griffon-Schläge, in Großbritannien Beagles. In den arabischen Ländern z.B. Azawakh, in Afrika die Schensihunde und in den USA der Coonhound.
Der Jagdhund in der Ausbildung – angeborenes Verhalten verfeinern und kontrollieren
Jagdverhalten, also das eigentliche Ziel der Ausbildung, ist den Hunden ange­­boren. Bei einem Jagdhund geht es also nicht vorrangig darum, ihm etwas „beizubringen“, er kann es ja eigentlich schon, sondern den angeborenen Trieb in die richtigen, gewünschten Bahnen zu lenken. Die Grundausbildung beginnt in der Regel kurz nach der Übernahme des Welpen. Es werden die Grundkommandos aufgebaut, spielerisch mit der Reizangel trainiert und erste Apportier­­­übungen in den Alltag eingebaut. In der Regel führt der Jäger seinen Hund im Alter von ca. 12 Monaten zur sogenannten „Brauchbarkeitsprüfung“. Die ­Prüfung ist an das zukünftige Einsatzgebiet des Hundes angepasst:

1. Brauchbar für die Nachsuche auf ­Niederwild
2. Brauchbar für die Nachsuche auf ­Schalenwild*
3. Brauchbar für das Stöbern hinter Wild
4. Voll brauchbar in allen Fächern

Geprüft wird:
• Gehorsam mit Verhalten beim Warten auf den Schuss
• Schussfestigkeit im Feld, im Wald und am Wasser
• Feder- und Haarwildschleppe* ­abarbeiten
• Verlorensuche* und Schweißfährte in Feld, Wald und Gewässer
• Stöbern mit Anschneideprüfung* und Lautfeststellung*

Dies ist nur ein kleiner Auszug der wichtigsten Punkte aus den Prüfungsordnungen. Es gibt weitergehende Prüfungen, die noch detaillierter auf die unterschiedlichen Einsatzgebiete des Hundes eingehen.

Paul Sageder bildet seine Hunde ohne Zwang, spielerisch aus: „Meine Cocker Spaniels begannen in einem Hundeverein mit der klassischen Grundausbildung. Die weitere jagdliche Ausbildung wurde von mir selbständig, mit zusätzlichen Übungsstunden in unserem regionalen Jagdverband, durchgeführt.

Der Jagdhund – Wesen und Einsatzeignung
So unterschiedlich die Einsatzgebiete, so unterschiedlich ist das individuelle Naturell der Jagdgebrauchshunde. Grundsätzliche Wesenszüge eines brauchbaren Jagdhundes sollten Schussfestigkeit, Ausdauer, eine „dosierte“ Wildschärfe (Angriffslust) und Mut sein. Je nach Einsatzgebiet werden jedoch weitere Voraussetzungen gefordert. Spezielle Anforderungen an den Stöberhund sind z.B. ein zuverlässiger Spur- und Fährtenlaut und „Dornenfestigkeit“*. Der Feldhund soll ausgeprägten Finderwillen, hohe Ausdauer und Spursicherheit zeigen. Wasserhunde zeichnen sich durch Temperament und einen ausgeprägten Apportierwillen aus, Schweißhunde eher durch Ruhe und Ausgeglichenheit. Der Bauhund muss ein starkes, mutiges Wesen präsentieren und Schliefenfreude* ­anbieten.

In seiner Jagdschule Sageder vermittelt Paul Sageder verantwortungsbewusst theoretisches und praktisches Wissen: „Der Jagdhund sollte ausgesprochen ­menschenfreundlich und verträglich mit anderen Hunden sein, dabei jedoch ein gesundes Maß an Wildschärfe zeigen.

Der Jagdhund – und sein Jäger
Auch in der Zusammenarbeit unterscheidet sich der Jagdhund von den bisherigen „Berufshunden“. Während Assistenz- oder Blindenführhunde direkt und eng an den Halter gebunden sind, arbeitet der Jagdhund selbständig und in der Regel ohne große Einwirkung des Jägers auf sein Handeln. Die direkte Zusammenarbeit beschränkt sich in der Regel auf den Apport und das Abgeben des Wildes nach dem Schuss. Über seine Aufgaben und die Zusammenarbeit mit seinen Hunden sagt Paul Sageder: „Die Hauptaufgaben der Hunde setzen sich zusammen aus der Nachsuche bei Verkehrsunfällen, gefolgt von Nachsuchen für hundelose Jäger. Stöbern auf Hase, Fuchs, Fasan und das Apportieren bei der Wasserjagd. Dazu die Kitzrettung vor der Mahd der Wiesen.“ Gehorsam muss ein Jagdhund natürlich trotzdem sein. Ein verselbständigter Jagdhund bringt ein großes Risiko für Wild, aber auch Nutztiere. Jagdhunde haben das „Töten gelernt“, im Gegensatz zum sogenannten Familienhund, der in der Regel dazu nicht geeignet ist.

Der Jagdhund – in Rente
In der Regel verbleibt der verrentete Jagdhund in der Familie. Da diese Hunde sehr spezialisiert ausgebildet wurden, ­gestaltet sich eine Weitervermittlung in eine Familie sehr schwierig. Diese ­Spezialisten müssen auch nach ihrer ­„Berufslaufbahn“ verantwortungsvoll geführt werden. „Mascha, unsere älteste Hündin, hat mit 10 Jahren angefangen nachzulassen. Sie würde sehr gerne noch, kann leider nicht mehr wirklich zuverlässig nachsuchen, was jedoch für einen Jagdhund immens wichtig ist. Sally und Bienchen, die beiden jüngeren, sind aktiv dabei. Unsere Hunde bleiben vom ersten bis zu ihrem letzten Tag bei uns in der Familie und werden dort seniorengerecht verwöhnt.

Der Jagdhund –Jagd noch zeitgemäß?
Jagd wird in unserer Gesellschaft immer öfter sehr kontrovers diskutiert. Als Tierschützer und Vegetarier sehe ich persönlich die Jagd eher kritisch, wobei ich eine professionelle, verantwortungsbewusste und tiergerechte Hege und Pflege der Wälder und Felder natürlich befürworte. Jagd als „Nahrungsbeschaffung“ hat der Mensch in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr nötig. Sehr kritisch sehe ich jedoch die sogenannte „Hobby-Jagd“ und die „Trophäen-Jagd“ z.B. in Afrika. Kann das Töten von Tieren ein Hobby sein?

Allein zum Abschuss bewusst gezüchtete Fasane und Enten werden für die soge­­­­nannten Hobby-Jäger ausgesetzt. Solche Nachzuchten haben nichts mit Hege und Pflege des Wildbestandes zu tun. Sogar Löwen werden exklusiv für reiche ­Trophäen-Jäger gezüchtet und in einem Jagdgehege teilweise sogar mit ­Medikamenten ruhig gestellt, um Treffer zu garantieren.

Was sagt ein Jäger über die Jagd von heute? Lesen Sie dazu mehr im ­folgenden Interview mit Paul Sageder, verantwortungsbewusster Jäger mit ­eigener Jagdschule in Rattenkirchen/Haun in Oberbayern (http://www.jagdschule-sageder.de)

WUFF: Was sind für Sie als Jäger Ihre wichtigsten Aufgaben/Verantwortung?

Sageder: Die Aufgaben eines Jägers ­definiert das Jagdgesetz. Diese reichen von der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes, Naturschutz und Landschaftspflege über Schutz vor Tierseuchen bis hin zum Schutz des ­Wildes vor Wilderern und Futternot. Wenn man sich unsere Wälder betrachtet, stellt man fest, dass diese nur bedingt für den Klimawandel gerüstet sind. Die ehemals favorisierten Fichtenbestände kommen mit dem Klimafenster der Zukunft nicht zurecht. Buchen, Tannen oder Douglasien sind da besser geeignet. Gerade die Knospen dieser Sorten schmecken den Rehen besonders gut. Ohne Jagd haben diese Bäume keine Chance. Natürliche Beutegreifer wie Wolf und Luchs alleine können die teils hohen Fortpflanzungsraten der Wildtiere nicht regulieren. Und ohne Wälder mit der Klima-, Schutz-, Erholungs- und Nutzfunktion haben wir Menschen keine Chance. Man sagt nicht umsonst: Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt.

WUFF: Warum wird Jagd in der heutigen Gesellschaft immer kontroverser diskutiert?

Sageder: Da bei dieser Diskussion extreme, teilweise fanatische Positionen und Thesen vertreten werden, wird diese Frage nicht hinreichend beantwortet werden können. Im urbanen Umfeld wird anders diskutiert als bei der Landbevölkerung, die teils noch direkt von Wildschäden betroffen ist und zur Jagd noch einen engeren Bezug hat. Je weniger Bezug die Bevölkerung zu den Abläufen in der Natur hat – sollte es eine solche überhaupt noch geben, handelt es sich vielmehr fast überall um eine von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft – desto größer wird das Unverständnis, Wildtiere töten zu müssen, die dieser Teil der Bevölkerung vielleicht nur aus dem Zoo oder Wildparks kennt. In der Großstadt aufgewachsen kann ich das aber durchaus nachvollziehen.

WUFF: Man hört noch immer von Jägern, die ihre Hunde mit Zwang ausbilden, wie ist Ihre Meinung dazu?

Sageder: Eine Ausbildung mit Zwang lehne ich persönlich ab. Es geht ­genauso mit positiver Verstärkung und mit ­spielerischen Elementen. Dauert etwas länger, dafür ist es nachhaltiger. Als Erstlingsführer habe ich die Ratschläge alter Ausbilder befolgt und mir damit fast meinen Hund verdorben. Wir haben damals gerade noch die Kurve gekriegt. Heute weiß ich, dass die Bindung zwischen Hund und Halter die Grundvoraussetz­ung für eine erfolgreiche Ausbildung ist. Fakt ist aber, dass ein Jagdhund parieren muss, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Nicht auszumalen, sollte sich ein Schuss lösen, weil mich mein Hund von den Beinen reißt, oder er einen Verkehrsunfall verursacht, weil er sich nicht abrufen lässt und gefundenes Wild über die Straße hetzt. Apportieren ist für den Familienhund Spiel, für den Jagdhund Arbeit: Hat der Familienhund keine Lust mehr, muss Frauchen sich sein Apportel oder den Dummy eben selbst holen. Beim Jagdhund ist dann die Beute verloren. Arbeit macht den Hunden jedoch Spaß, wie meine alte Cocker-Hündin beweist: Wenn ein Schuss fällt, springt sie mittlerweile fast blind und taub ins Wasser, es muss doch eine Ente heruntergefallen sein –
ich passe sehr gut auf mein altes Mädchen auf.

WUFF: Einige Jagdhunderassen werden noch immer kupiert. Ist dies wirklich nötig?

Sageder: Wir haben beides, eine kupierte und eine nicht kupierte Hündin. In meinem Anwendungsbereich habe ich noch keinen Vorteil meiner kupierten alten Hündin gegenüber ihrer Kollegin mit Schwanz entdecken können.

WUFF: Das Zusammentreffen von ­Jägern und Hundehaltern birgt oft sehr viel Zündstoff. Was kann für ein harmonischeres Zusammentreffen getan werden?

Sageder: Eins vorweg: Die meisten Jäger sind Hundenarren. Um die Jagdprüfung zu bestehen, muss auch das Fach Hundewesen schriftlich und mündlich bestanden werden. Es ist genauso hoch gewichtet wie Wildtierkunde oder das Waffenwesen. Wenn man im Wald auf einen Hund trifft, der weit ab vom Halter eine Spur verfolgt, ist der Übergang zur Wilderei fließend und damit wird der verantwortliche Halter selbst zum ­Wilderer. Einen wildernden Hund zu erschießen löst nicht das Problem: Was kann der Hund dafür, wenn er nicht ­richtig erzogen wurde? Andererseits ­treiben mir gefundene, gerissene Rehe schon die Tränen in die Augen. Ich jage im Staatsforst, also im „Bürgerwald“. Man erwartet von uns „Pirschis“ vorbildliches Verhalten gegenüber anderen Waldbesuchern. Mit den meisten Hundehaltern komme ich ins Gespräch. Ich kann ihnen erklären, wo Rehkitze in der Wiese liegen, Hasen und Bodenbrüter ihre Kinderstube haben. Ich habe Verständnis dafür, dass Hunde Auslauf brauchen, und den dürfen sie auch im Wald haben – solange Sie im Einwirkungsbereich des Halters sind. Manchmal bitte ich einfach, den Hund heran zu rufen. Wenn es klappt, lobe ich das, wenn nicht, bitte ich, das zu üben und den Hund solange an der (Schlepp-)Leine zu führen. Im Gegenzug freuen sich die Hundehalter über Hinweise, wenn wieder Wildschweine im Revier sind, die Hunde übelst zurichten können. Und gemeinsam versuchen wir die Motocross-Fahrer zu fassen, die rücksichtslos kreuz und quer durch den Wald brettern.

WUFF: Welche Bitte haben Sie an Halter von sogenannten Familienhunden beim nächsten Waldspaziergang?

Sageder: Verständnis und zwar gegen­­seitig. Uns Jägern sitzen der Staat und die Grundeigentümer mit der Erfüllung des Abschussplanes im Nacken und machen Druck mit allerhand Sanktionsmöglich­­keiten. Deshalb bleiben Sie bitte im Wald auf den Wegen und halten Sie gerade in der Dämmerung, wenn ein so später ­Spaziergang nicht zu vermeiden war, Ihren Hund an der Leine. Bleiben Sie bitte von Fütterungen fern, denn der Geruch Ihres Hundes vergrämt das Wild auf Tage. Hungrig verbeißt es dann ­Knospen und Triebe oder schält die Rinde von den ­Bäumen. Erhöhter Schaden an den ­Forstpflanzen verlangt nach ­Erhöhung der Abschussquote. Und sehen Sie ­trotzdem einen Jäger auf dem Hochstand sitzen, winken Sie, um sich bemerkbar zu ­machen, sprechen ihn aber nicht an und setzen Sie Ihren Weg zügig fort. Dann hat der Jäger noch eine kleine Chance nicht vergebens auf Wild gewartet zu haben. Gehen Sie auf Ihren Jäger zu, wenn Sie Fragen haben, etwas über Wildtiere und ihre Lebensweise wissen wollen. ­Vielleicht hat er auch den ein oder ­anderen Tipp zur Hundeausbildung ­parat und hilft Ihnen vielleicht sogar dabei.

Fachbegriffe

Anschneideprüfung: Der Hund wird bei einem toten Wild abgelegt, Halter und Prüfer begeben sich außer Sicht. Der Hund darf das Wild nicht „anschneiden“, heißt nicht anknabbern oder anfressen.
Dornenfestigkeit: Schmerzunempfindlichkeit im Unterholz und in Gestrüpp
Feder- und Haarwildschleppe: An einem Riemen wird Federwild oder Haarwild über den Boden gezogen und so eine Spur gelegt.
Lautfeststellung: Der Hund muss Wild über eine längere Strecke laut verfolgen
Schalenwild: Rehe, Hirsche, Gemsen und Wildschweine
Schliefenfreude: In einen Bau (Hase, Marder, Biber, Dachs) schlüpfen
Schweißfährte: „schweißen“ nennt der Jäger blutendes Wild.
Verlorensuche: Jäger und Hund wissen nicht, wo das Wild ist. Der Hund muss das angeschossene Wild selbständig suchen, stellen und/oder bringen.

Pdf zu diesem Artikel: hundeberufe_jagdhunde

 

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