Soldat von Hunden getötet – „Trifft man nicht auf der Straße“

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Aggressivität kein Zuchtmerkmal

Wien/Wiener Neustadt (APA) – Ein Tier wie die vom Bundesheer als Zugriffshunde gehaltenen Malinois „trifft man nicht auf der Straße. Das sind eigens gezüchtete und speziell ausgebildete Hunde“, sagte Gerald Pötz vom Österreichischen Hundehalterverband (ÖHV) auf APA-Anfrage. Der Besitz derart trainierter Tiere sei Privatpersonen untersagt. Solche Hunde für den Polizei- und Militärdienst würden zudem aus eigenen Zuchtstätten stammen. Die Zucht erfolge „selektiert auf bestimmte Eigenschaften“ wie Belastbarkeit, Nerven- und Triebstärke, erläuterte Pötz. Letzteres meint etwa einen ausgeprägten Spieltrieb, denn die Ausbildung erfolge spielerisch, gut motivierbare Hunde werden bevorzugt.

Aggressivität sei hingegen „kein Merkmal, auf das gezüchtet wird“, betonte der ÖHV-Sprecher. „Ein bestimmtes Maß an Aggression ist für jedes Tier eine überlebenswichtige Eigenschaft, Aggression ist aber kein Merkmal, das angeboren ist. Aggressionsbereitschaft kann ein Hund in der Ausbildung lernen. ‚Den aggressiven Hund‘, der so geboren wurde, gibt es aber nicht.“ Die Hundeführer des Bundesheeres wiederum wüssten genau, „wie man mit den Tieren umgeht“. Umso unerklärlicher sei der Unglücksfall, der einen 31-jährigen Jagdkommando-Soldaten in Wiener Neustadt das Leben gekostet hat.

„Das ist reine Spekulation: Ich kann mir etwa vorstellen, dass etwas Unvorhergesehenes vorgefallen ist, zum Beispiel der Soldat ist vielleicht gestolpert und bewusstlos liegen geblieben, oder er ist einem der Tiere versehentlich auf die Pfote getreten und der Hund hat darauf reagiert“, mutmaßte Pötz. Dass der zweite, noch sehr junge Hund maßgeblich an der Attacke beteiligt gewesen sei könnte, hält er für unwahrscheinlich.

Was bei Bissvorfällen meist gar nicht untersucht werde, aber in der „Problemhundetherapie“ ein wichtiger erster Schritt sei, ist die Abklärung, ob der betreffende Hund ein Gesundheitsproblem hat. „Das Tier kann einen Gehirntumor haben und dann grundlos angreifen. Es kann auch durch ein Problem wie einen eitrigen Zahn irritiert sein, und das entlädt sich dann plötzlich“, meinte Pötz.

 

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