Studie erstellt „Risiko-Profil“ von Hunderassen

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In der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „Pediatrics" wurde kürzlich eine brandneue Langzeitstudie von Medizinern der Kinderchirurgie der Medizinischen Universität Graz über Hundebeißverletzungen bei Kindern unter 17 Jahren veröffentlicht. Die Studie („Analysis of Dog Bites in Children", in Pediatrics 2006;117:374-379) untersuchte neben anderen Faktoren auch die betroffenen Hunderassen und bezog die Unfallfrequenz auf die jeweilige Populationsgröße in dem Einzugsgebiet der Patienten. Ausgewertet wurden die Krankengeschichten von 341 gebissenen Kindern im Alter von unter 17 Jahren, die die Grazer Universitätsklinik für Kinderchirurgie aufsuchten. Das durchschnittliche Alter lag bei 5,9 Jahren.

Risiko-Index
Aus dem Verhältnis der Beißverletzungen zu dem Prozentanteil, den die jeweils untersuchte und auffällig gewordene Rasse in der gesamten Hundepopulation des Einzugsgebietes aufweist, wurde ein „Risiko-Index" errechnet, der einen Vergleich der Auffälligkeit der Hunderassen untereinander zulässt.

Nahezu alle bekannten Beißstatistiken werden vom Deutschen Schäferhund (DSH) und von Mischlingen angeführt. Dies wurde seitens der Funktionäre der DSH-Vereine stets damit erklärt, dass es eben in der Hundepopulation am häufigsten Mischlinge und Deutsche Schäferhunde gebe. Wie die neue Studie nun zeigt, scheinen jedoch die Mischlinge im Verhältnis zu ihrer Populationsgröße fast am wenigsten zu beißen, werden nur noch unterboten vom Spaniel und Shi Tzu, während der DSH von allen Hunden und Hunderassen nicht nur absolut, sondern auch relativ am häufigsten beißt. Während somit der Risiko-Index der Gruppe der Mischlingshunde mit 0,46 nahezu vernachlässigbar ist, beträgt er für den DSH immerhin 2,83. Dies deswegen, weil bei einer Populationsgröße des DSH von 12% aller Hunde im Einzugsgebiet der Patienten 34% aller Beißattacken auf sein Konto gehen. Im Vergleich dazu: Die Populationsgröße der Mischlinge beträgt satte 28%, bei den Beißattacken sind sie aber nur zu 13% beteiligt.

Jeder siebte DSH beißt zu
In absoluten Zahlen: Von den im Einzugsgebiet der Studie gemeldeten 706 DSH haben 105 gebissen, grob gesagt also jeder siebte DSH, während von 1643 Mischlingen „nur" 39 durch eine Beißverletzung auffällig geworden sind. Den zweitgrößten Risiko-Index hat der Dobermann (2,71) mit allerdings nur 65 Exemplaren (1,1% der Hundepopulation), von denen 8 durch eine Beißattacke auffällig wurden. Die dann folgenden Rassen stehen in ihrer Beißfrequenz in deutlichem Abstand zu DSH und Dobermann. An dritter Stelle steht – unerwartet – der Spitz, gefolgt von Pekingesen, Dackeln, Schnauzern und Collies. Das Ergebnis dieser Studie steht in Einklang mit weiteren 10 Studien zwischen 1991 und 2004, wobei in sieben dieser Studien stets der DSH die häufigsten Beißverletzungen verursachte.

Kratzer und tiefe Wunden
85% der in die Studie aufgenommen Verletzungen wurden als „tiefe Wunden" klassifiziert, 15% als oberflächliche Kratzer und kleine Wunden. Kinder mit Kopf- und Halsverletzungen waren signifikant jünger (durchschnittlich 4,1 Jahre) als der Durchschnitt der gesamten Studienpopulation (5,9 Jahre). Bei 12% der Verletzungen traten Komplikationen auf, überwiegend Wundinfektionen. 27 Prozent der Kinder mussten stationär behandelt werden. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus lag bei 4,9 Tagen.

Umstände beim Beißunfall
Am häufigsten, nämlich in 28% der Beißunfälle, passierten sie beim Spielen des Kindes mit dem Hund, in 14% beim Vorbeigehen an einem Hund und in 10% beim „Schmusen" mit einem Hund. In 8% geschah das Unglück beim Füttern. 2% der Beiß-unfälle traten auf, weil das Kind versuchte, raufende Hunde zu trennen, eine bei Erwachsenen sehr viel häufigere Ursache. In jeweils 4% war das Kind auf dem Fahrrad am Hund vorbeigefahren bzw. hatte den Hund beim Fressen gestört, und zu je 2% waren das Schrecken eines Hundes und das Am-Schwanz-Ziehen dafür verantwortlich. In 26% der Fälle waren die Umstände der Beißverletzung unbekannt

Verhältnis Kind-Hund
Das Verhältnis des gebissenen Kindes zum Hund war ebenfalls Gegenstand der Analyse. Demnach war der Hund in 73% der Fälle dem Kind bekannt (24% eigener Hund, 20% Freund, 15% Nachbar, 14% Verwandter), in 15% handelte es sich um einen fremden Hund, und bei 12% konnten dazu keine Daten erhoben werden. Die Ergebnisse der Grazer Wissenschaftler bestätigten auch die vom WUFF-Herausgeber durchgeführte, vor dem österreichischen Kinderunfalltag 2002 referierte Metaanalyse über 7.261 Hundebeißverletzungen. („Hunde-Beißunfälle bei Kindern und Jugendlichen – Eine Metaanalyse der Risikofaktoren", von Dr. Hans Mosser, in WUFF 3/2002, bzw. Gratis-Download bei http://www.wuff-online.com – unter „Heftarchiv & Suche" mit dem Stichwort Metaanalyse.) Nach Mossers Ergebnissen war bei 79,5% der Beißunfälle der Hund dem Kind bekannt, bei 62,4% konnte eine den Unfall auslösende Ursache festgemacht werden – wie Spielen, Störung beim Fressen, Streicheln, plötzliches Aufwecken aus dem Schlaf, sowie Necken oder Quälen des Hundes. Eine tiefer gehende Analyse der einzelnen Auslösungsparameter bzw. deren Prozentangaben ließ sich aufgrund der Heterogenität der Primärstudien in Bezug auf diese Merkmale nicht verlässlich angeben, am häufigsten wurden jedoch Spielen und Störung beim Fressen als Ursachen genannt.

Hundebeißverletzungen relativ selten
Dennoch: Hundebeißverletzungen bei Kindern sind in Bezug auf andere Verletzungsmechanismen verschwindend selten, bei allerdings ungleich höherer medialer Aufmerksamkeit. In der aktuellen Grazer Studie betrug die Inzidenz dafür 0,5 auf 1000 Kinder zwischen 0 und 16 Jahren.

Deutscher Schäferhund – eine „Hochrisiko-Rasse"
Die Grazer Kinderchirurgen ziehen aus ihrer Studie folgende Schlüsse: Auf Basis der Hundepopulation im untersuchten Gebiet seien Deutsche Schäferhunde und Dobermänner die aggressivsten Rassen. Das relative Risiko, von einem DSH gebissen zu werden, liege über 5 mal so hoch wie Beißverletzungen durch einen Mischlingshund. Obwohl DSH und Dobermann in der untersuchten Population mit nur 13,1% vertreten waren, sind sie für 37% aller Beißverletzungen verantwortlich. Dies korreliere mit anderen Studienergebnissen, so die Wissenschaftler. Dennoch besitze grundsätzlich jede Rasse das Potenzial für eine Hundebeißverletzung, jeder Hund könne attackieren. Die Autoren empfehlen für diese „Hochrisiko-Rassen" – und damit für den Deutschen Schäferhund – ein verpflichtendes Training sowie Leinenpflicht an öffentlichen Orten.

Was sagt der SV?
WUFF schickte dem Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V. die gesamte Studie und bat um eine Stellungnahme. SV-Pressereferent Heiko Chr. Grube setzte sich mit der Studie auseinander und gab zu bedenken, dass „häufig in Statistiken ein (Beiß-) Unfall einem „Schäferhund" zugeschrieben wird, obwohl es sich dabei um einen Mischling oder einen schäferhundähnlichen Hund mit spitzen Ohren handelt." Um einen Hund wirklich als Deutschen Schäferhund bezeichnen und damit seriöse Statistiken zur Rasse erstellen zu können, müsse die Tätowiernummer im rechten Ohr bestimmt werden, nur anhand derer der Hund eindeutig als DSH klassifizierbar sei. Grube betonte, dass der SV darauf achte, dass nur unbefangene und sozialverträgliche Hunde in der Zucht eingesetzt würden. Kynologisch geschulte Richter würden diese Zuchtrichtlinien im Rahmen von Prüfungen und Zuchtschauen überwachen. „Auffällige, aggressive oder besonders schreckhafte Tiere können keine Prüfung bestehen", sagte der SV-Pressereferent.

Um Beißunfälle zu vermeiden, setzt der SV einerseits auf diese strenge Zuchtselektion und andererseits auf eine intensive Hundeausbildung. Grube: „Beißunfälle sind durch gezielte, an positiver Verstärkung ausgerichteter Ausbildung zu minimieren." Auch Herrchen und Frauchen gehörten miteinbezogen. „Wir sehen das Training der Hunde im engen Zusammenhang mit der Schulung der Hundehalter. Viele Probleme entstehen aus unseren Erfahrungen durch Fehlverhalten am anderen Ende der Leine." In der eigenen SV-Fortbildungsakademie schule man Hundehalter über neue Aspekte der Ethologie und des Motivationsverhaltens, so der SV-Pressereferent zu WUFF. Und schließlich sei die dritte Säule bei der Vermeidung von Unfällen die Kinder- und Jugendarbeit des SV, die durch viele Orts- und Landesgruppen betrieben werde.

Präventionsempfehlungen
Während die aktuelle Grazer Studie Präventionsmaßnahmen nur marginal behandelte, wies Mosser in einer eigenen Arbeit, die auf den konkreten Ergebnissen seiner Metaanalyse aufbaute, auf drei grundsätzliche Aspekte in der Vorbeugung von Hundebeißunfällen hin:

1. Alter des Unfallopfers: Primärer Ansatzpunkt der Unfallprävention mittels Informationsvermittlung müssen Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sein. Ist Einsicht in eine diesbezügliche Belehrung noch nicht verlässlich möglich (Kleinkinder), dürfen Kinder und Hunde nicht unbeaufsichtigt zusammen gelassen werden.

2. Bekanntheitsverhältnis des Unfallopfers zum Hund: Da die meisten Beißunfälle zu Hause oder im Haus des Nachbarn stattfinden, müssen Präventionsmaßnahmen derart gestaltet sein, dass sie zu Hause angewendet werden können. Leinen- und Maulkorbpflicht als häufig geforderte Mittel sind also keine effizienten Maßnahmen und täuschen eine Scheinsicherheit vor.

3. Unfallauslösende Provokation: Da Hundebeißunfälle sehr häufig – absichtlich oder unabsichtlich – provoziert werden, ist eine Beratung und Schulung des potenziellen Unfallopfers von entscheidender Bedeutung. Anzustreben ist das Wissen, dass Lebewesen keine Spielzeuge sind und gewisse Regeln im Zusammenleben mit Hunden respektiert werden müssen. Aber auch bei Eltern zeigt sich ein oft erschreckendes Ausmaß an Unwissen über hundliches Verhalten, sodass sowohl Kinder wie auch ihre Eltern als Primärzielgruppe für Informationsvermittlung zu gelten haben.

Darüber hinaus stellte Mosser eine Übersichtsarbeit über die Beißunfallprophylaxe vor, die weitere Aspekte wie Zucht, Hundekauf, Hundeausbildung u.a. einbezieht („Unfallprävention bei Kindern im Umgang mit Hunden", von Dr. Hans Mosser, in WUFF 3/2002, bzw. Gratis-Download bei http://www.wuff-online.com unter „Heftarchiv & Suche" mit dem Stichwort Unfallprävention).

Keine Rasse-Stigmatisierung!
Statistiken sind allerdings zur Stigmatisierung von Hunderassen absolut ungeeignet, da sie zahlreiche weitere Parameter, allen voran den Hundehalter, unberücksichtigt lassen. Auch stellt sich die Einteilung der Hunderassen, wie sie in der vorgestellten Grazer Studie verwendet wird, ziemlich „unbedarft" und sehr willkürlich dar, sodass Zweifel an ihrer Sinnhaftigkeit, ja sogar an ihrer wissenschaftlichen Gültigkeit angebracht sind. Die Mediziner der Grazer Uniklinik haben offensichtlich keinerlei kynologische Beratung – u.a. bezüglich der Klassifizierung der Hunderassen – eingeholt. Denn die amateurhaft wirkende Einteilung spricht beispielsweise von „Terrier-Rassen", eine der wohl heterogens-ten Rassegruppen. Dazu gehören sowohl der American Pitbull-Terrier wie auch der Foxterrier, der Jack Russell Terrier oder die Kleinhunde Westhighland White und Yorkshire Terrier. Hier keine nähere Einteilung getroffen zu haben, zeugt von mangelnder kynologischer Kenntnis. Und wie viele der als Schäferhund titulierten Hunde auch wirklich solche waren, muss daher ebenfalls hinterfragt werden. Wenn aber ganz offensichtlich derartige Ungereimtheiten und Unklarheiten bestünden, sei die Aufstellung einer Rasse-Statistik unseriös, kritisierte WUFF-Herausgeber Dr. Mosser die Grazer Studie. Und wozu Rasse-Stigmatisierungen geführt hätten und noch immer führten, sei durch die deutschen Hundeverordnungen und „Rasselisten" nur allzu gut bekannt – nämlich zu Hundehass und Polarisierung der Bevölkerung. Sachliche Information sei ein wesentlicher Bestandteil einer seriösen Unfallprophylaxe, so Mosser. Wenn Statistiken für Ursachenforschung verwendet werden, könnten sie nützlich sein. Und in diesem Sinn sollten auch die Ergebnisse der Grazer Studie interpretiert werden. Eine Verwendung dieser Statistik als Basis für gesetzliche Maßnahmen gegen bestimmte Hunderassen sei aus den genannten Gründen wissenschaftlich unzulässig, praktisch unwirksam und gesellschaftlich wie politisch kontraproduktiv, betonte Mosser.

WUFF HINTERGRUND

Die Tabelle (nach: „Analysis of Dog Bites in Children", in Pediatrics 2006;117:374-379) stellt die Inzidenz der Hundebisse der Größe der jeweiligen Rassepopulation im Einzugsgebiet der Studie gegenüber und errechnet daraus einen „Risiko-Index". Den höchsten Risiko-Index weist der Deutsche Schäferhund auf, den geringsten der Malteser.

RasseRassehäufigkeit, d.h. Prozentanteil der gesamten Hundepopulation Prozentanteil der Beißattacken Risiko-Index DSH 12342,83Dobermann1,132,71Spitz1,121,81Pekingese1,931,56Dackel5,271,35Schnauzer1,521,33Collie2,331,30Pudel3,130,98Rottweiler1,110,92Beagle1,210,8Terrier-Rassen8,150,61Berner Sennenhund1,710,58Retriever-Rassen8,240,49Mischlingshunde28130,46Spaniel6,520,31Shi Tzu1,20,30,26Malteser1,100

WUFF HINTERGRUND


Der Deutsche Schäferhund – eine „Hochrisiko-Rasse"? Was sagt der SV dazu?
Die aktuelle Studie hat den Deutschen Schäferhund in Verruf gebracht. Nun, aufgrund seiner großen Verbreitung und einer fast militärähnlich organisierten Funktionärsstruktur braucht er um eine starke Lobby nicht zu fürchten. WUFF hat den Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) mit der Studie konfrontiert, um eine konkrete Stellungnahme dazu gebeten und folgende offizielle Reaktion durch SV-Pressereferent Heiko Chr. Grube erhalten.

„Unfälle mit Tieren kommen leider immer wieder vor, das kennen wir aus der Landwirtschaft, dem Reitsport, aber natürlich auch dem Hundesport. Leider gab es auch Beißunfälle mit Deutschen Schäferhunden oder mit solchen, die dafür gehalten werden. Der Verein für Deutsche Schäferhunde legt ein großes Augenmerk darauf, dass die Zucht und Ausbildung der Hunde sowie die Sachkundeschulung und das Training der Hundehalter eine Synthese bilden. Seit über 100 Jahren werden Deutsche Schäferhunde in Hobby- und Familienzucht gezüchtet. Der Rassestandard wird bei der Fédération Cynologique Internationale (FCI) geführt. Nur mehrfach überprüfte Hunde – bei jeder Prüfung oder Zuchtschau wird die Unbefangenheit und Sozialverträglichkeit von kynologisch geschulten Richtern überprüft – dürfen nach einer nochmaligen Überprüfung bei einer Körung zur Zucht einsetzt werden.

Übrigens wurden im SV im Jahre 2005 bei 3.845 Prüfungen insgesamt 38.725 Hunde in den verschiedenen Prüfungsstufen geprüft und auf 199 Zuchtschauen 14.664 Deutsche Schäferhunde ausgestellt. Auf 132 Körungen wurden 4.154 Zuchttiere vorgestellt. Auffällige, aggressive oder besonders schreckhafte Tiere können keine Prüfung bestehen. Die Zuchtrichtlinien werden nach strengen Regeln und Ordnungen überprüft. Diese genannten Tatsachen zeigen, dass sich der Verein für Deutsche Schäferhunde in der Zucht um eine hohe genotypische Qualität bemüht. Wir halten die kontrollierte Zucht für unablässlich wichtig. Die roten SV-Papiere (Rasse-Echtheitszertifikat) sind damit auch ein Gütesiegel. Alle Deutschen Schäferhunde haben eine Tätowierung im rechten Ohr und sind dadurch eindeutig als solche identifizierbar. In Deutschland leben ca. 200.000 Deutsche Schäferhunde, die nach dem kontrollierten Reglement im SV gezüchtet wurden. Häufig wird aber in Statistiken ein (Beiß)Unfall einem „Schäferhund" zugeschrieben, obwohl es sich dabei um einen Mischling oder einen schäferhund-ähnlichen Hund mit spitzen Ohren handelt. Die kynologische Verifizierung ist aber eindeutig vollziehbar und muss daher sicher durch die Kontrolle der Tätowiernummer bestimmt werden, um eine seriöse Aussage treffen zu können. Dies ist angesichts der Zahlen und der Differenzierung von Mischlingen und Rassehunden sehr wichtig.

Da natürlich auch bei Tieren aus kontrollierter Zucht Unfälle passieren können, setzt der SV auf ein modernes, tierschutzgerechtes Ausbildungskonzept. Weit über 5.000 Übungsleiter stehen auf ca. 2.200 SV-Plätzen mit Rat und Tat zur Verfügung. Im Übrigen auch ein Angebot für andersrassige Hunde oder Mischlinge. Beißunfälle sind durch gezielte, an positiver Verstärkung ausgerichtete Ausbildung zu minimieren. Der SV schult dabei gezielt in der eigenen SV-Fortbildungsakademie über neue Aspekte der Ethologie und Motivationsverhalten. Wir sehen das Training der Hunde im engen Zusammenhang mit der Schulung der Hundehalter. Viele Probleme entstehen aus unseren Erfahrungen durch Fehlverhalten am anderen Ende der Leine. Die dritte Säule bei der Vermeidung von Unfällen sehen wir in der Prävention und Kinder- und Jugendarbeit. Hier arbeiten viele SV-Ortsgruppen und SV-Landesgruppen prophylaktisch mit Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen zusammen.

Im Zeittakt eines Wimpernschlages werden teilweise Anfragen an den SV gestellt, ob der Deutsche Schäferhund seine Gebrauchs-tüchtigkeit verloren hätte und viel zu „weich" sei, andererseits ob er ein aggressiver Beißer wäre. Beide Positionen sind falsch und entbehren einer Sachlichkeit. Der Verein für Deutsche Schäferhunde bemüht sich um eine vernetzte, abgestimmte, kynologisch fundierte Konzeption für die Zucht und Ausbildung. Mit vielen Tausend ehrenamtlichen Helfern direkt und bürgernah vor Ort, versuchen wir, die Qualität des Deutschen Schäferhundes als universellen, wesensstarken und sozialverträglichen Sport-, Dienst-, Rettungs-, Hüte-, Blindenführ- und Familienhund zu präsentieren und Hundebesitzern als Partner zur Verfügung zu stehen. Vereinsaktivitäten werden regionalen und überregionalen Medien im Rahmen von Veranstaltungen, Tagungen, Kongressen oder durch spezielle Reportagen zur Veröffentlichung angeboten. Zielsetzung ist auch, eine positive Grundstimmung „Pro Hund" allgemein in unserem Land zu fördern."
Heiko Chr. Grube
Pressereferent
Verein für Deutsche Schäferhunde e.V.

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