Tierärzte in ständiger Fortbildung

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Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Diabetes, Schilddrüsenüber- und unterfunktion, Leber- und Herzerkrankungen, werden auch beim Hund immer häufiger diagnostiziert. Dieser Entwicklung folgt heuer die Vereinigung Österreichischer Kleintiermediziner (VÖK), indem sie ihre 15. Jahrestagung unter das Generalthema „Metabolische Erkrankungen beim Kleintier“ gestellt hat. Diese größte Fortbildungsveranstaltung für Kleintiermediziner in Österreich, fand am 23. und 24. September 2000 an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Paris-Lodron-Universität in Salzburg statt.
505 Tierärzte aus Österreich, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Polen, Ungarn, Südtirol, der Schweiz und aus Großbritannien nahmen daran teil. Insgesamt betrug der Anteil internationaler Tierärzte 12%, jener der Studenten 10%.
Das diesjährige Zentralthema am VÖK-Stand ist dem „Microchip“ gewidmet. Da auf Regierungsebene geplant ist, die Kennzeichnung von Hunden mittels Microchips bundesweit gesetzlich zu verankern, informierte die VÖK verstärkt über dieses Thema. Jeder Kongressteilnehmer erhielt einen mit einem Microchip versehenen Spielzeug-Hund in seiner Tagungstasche, der am VÖK-Stand abgelesen werden konnte. 4 Lesegeräte und 4 Microchip-Packungen konnten gewonnen werden!

Microchip zur Hundekennzeichnung
Dr. Herbert Müller aus Krems hat sich besonders mit diesem Thema beschäftigt. Der Microchip besteht aus einer 2 x 12 mm großen Glashülle, in welcher sich ein elektronisches System, das aber elektrisch inaktiv ist, befindet. Dieses System sendet keine Wellen aus, was manche Hundebesitzer zu Unrecht befürchten. Die Implantierung des Chips unter die Haut (linker Schulterbereich) erfolgt wie eine Impfung. Der Chip ist das ganze Hundeleben lang beständig und kann mittels eines Lesegerätes induktiv aktiviert werden. Dadurch läßt sich dann eine Kennnummer ablesen, mit der der Microchip als Identitäts-, Eigentums- sowie Abstammungsnachweis den Hund eindeutig kennzeichnet.

Vorsorgemedizin beim Tierarzt
Hunde leben heute aufgrund der verbesserten medizinischen Versorgung länger als früher. Dadurch steigt natürlich in der tierärztlichen Praxis der Anteil alter Hunde, sodaß diese Klientel bei vielen bereits einen Anteil bis zu 40% ausmacht, berichtet Dr. Wolfgang Matzner aus Memmingen in Deutschland. Durch eine starke emotionale Bindung des Tierhalters an sein Haustier, sowie auch durch eigene Vorsorgeuntersuchungen und über Alterskrankheiten informiert, erwartet er sich auch von seinem Tierarzt eine gezielte Vorsorgemedizin für sein Haustier. Es ist die logische Folge eines Welpenvorsorge- und eines adulten Betreuungsprogrammes. Die entsprechende Dokumentation der Befunde (inklusive Harn- und Blutuntersuchung) über einen längeren Zeitraum läßt Vergleiche zu, die bei altersbedingten Veränderungen (z.B. Nierenprofil) dem Tierbesitzer den Nutzen eines geriatrischen Vorsorgeprogrammes plausibel machen. Das Managen von altersbedingten Veränderungen, wodurch das Tier in die Lage versetzt wird, ein akzeptables Leben in Gesundheit und Beweglichkeit bis zu seinem Tod zu führen, ist eine große Herausforderung für den Tierarzt, dessen Mitarbeiter, aber auch für den Tierhalter.

Trost spenden im Trauerfall
Daß Tierärzte auch Psychologen sein sollten, wurde im Vortrag von Tzt. Mag. Monshi aus Wien-Hietzing mit dem Titel „Trost spenden im Trauerfall“ klar. In der tierärztlichen Praxis wird wird der Tierarzt im Rahmen des bevorstehenden Verlustes des Heimtieres immer wieder mit trauernden Tierbesitzern konfrontiert. Durch die ständige Konfrontation mit diesem Thema kommt es beim Tierarzt zwar zu einer notwendigen emotionalen Abgrenzung, die jedoch nicht zu einer emotionalen Teilnahmslosigkeit oder gar Ignoranz führen sollte. Der häufig gehörte Rat „Kaufen Sie sich doch ein neues Tier“ ist in der Akutphase des Trauerschmerzes nicht immer angebracht, obwohl er natürlich eine mögliche Bewältigungsstrategie darstellt. Der Tierarzt sollte sich Zeit nehmen und mit dem Tierbesitzer auch mögliche Riten wie Begräbnis oder Einäscherung besprechen, welche die Trauerarbeit unterstützen und zur Entlastung beitragen (s. auch Artikel „Tierfriedhof“ sowie WUFF-Hundehimmel unter http://www.wuff.at).

Hundliche Zahnprobleme
Über 80% aller erwachsenen Hunde leiden unter Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen, berichtete Dr. Peter Fahrenkrug aus Quickborn in Deutschland. Kein tierärztliches Fachgebiet hat sich in den letzten 15 Jahren so dynamisch entwickelt, wie die Zahnheilkunde. Hundehalter sind für die Notwendigkeit sorgfältiger Diagnostik und Therapie im Gebißbereich ihres Vierbeiners zunehmend sensibilisiert. Aus diesem Grund hat WUFF bereits in den Ausgaben März 2000 und April 2000 einen Übersichtsartikel „Tierzahnheilkunde für Hundebesitzer“ von Dr. Iris Steurer veröffentlicht.



>>> WUFF – INFORMATION


VÖK 2001


Das Programm der 16. VÖK-Jahrestagung ist bereits fertig. Diese Tagung mit der Thematik „Intensivmedizin bei Hund und Katze“ wird am 22. und 23. September 2001 wieder in Salzburg abgehalten.


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