Tierschutz vor Ort statt Hundeimport

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Maria Winterleitner aus Wien war im Jahr 2004 eine der vielen Touristen auf Kos. Schon nach kurzer Zeit begegnete ihr in Kos-Stadt ein Rudel von acht jungen Streunerhunden. Aus war´s mit der Urlaubsidylle – die Hunde wurden gefüttert und verarztet. Aber das war es dann noch nicht. Auch in der Nähe ihres Hotels begegnete sie unterernährten Streunern – und einer Frau, die sich schon länger für Tiere auf Kos einsetzt, Irene Lindner. Von ihr erfährt sie etwas über die Situation der Tiere in Kos. Hunde und Katzen sind oft krank, werden nicht gefüttert und vermehren sich permanent. Kaum sind die Welpen einige Wochen alt, sind die Hündinnen wieder aufnahmebereit und werden wieder trächtig.

Dass die Urlauberin dann auch Vangelis Trakossa und seine Frau Jaana kennen lernt, ist nur konsequent. Die beiden betreiben ein privates Tierasyl, in dem sie Tiere bei sich aufnehmen und gesund pflegen. Vangelis macht auch regelmäßig Fahrten kreuz und quer über die Insel, versorgt Kettenhunde mit Futter und Wasser und verarztet sie.

Ein großes Anliegen ist dem griechischen Tierschützer auch die Sensibilisierung der Menschen vor Ort. So startete er neben Kampagnen gegen die Vergiftung von Tieren auch Protestaktionen gegen Wanderzirkusse, in denen die Tiere unter schrecklichen Umständen gehalten werden. Sein gesamtes Einkommen investiert er in den Tierschutz, überwiegend in die Futter- und Tierarztkosten.

Für Maria Winterleitner stand daraufhin fest: Die Hilfe vor Ort benötigt Unterstützung – und so gründete sie den Verein „Tierhilfe Kos – Griechenland". Und im Gegensatz zu anderen Auslands-Tierschutzorganisationen, die oft Tierleid in Wahrheit nur in ihre Heimatländer verbringen, wo die nicht an Wohnungshaltung gewöhnten Streuner von einem Besitzer zum nächsten oder meist ins Tierheim wandern, will die „Tierhilfe Kos" sich vor Ort um die Tiere kümmern. Neben der finanziellen Unterstützung von Vangelis und Jaana ist die Kastration der Tiere das wichtigste Anliegen des Vereins. Und weil es dabei um gut durchdachte Tierschutzarbeit geht, die auch Zusammenhänge bedenkt, bindet man die Tierärzte vor Ort ein, um deren Akzeptanz und dadurch bedingt auch die der heimischen Bevölkerung zu gewinnen. Denn, so Winterleitner zu WUFF: „Nur so macht langfristiger Tierschutz wirklich Sinn."

Zusammen mit der Tierhilfe Süden e.V. ist für den Mai ein Kastrationsprojekt geplant. 3-4 österreichische Tierärzte und einige Helfer werden nach Kos fliegen und dort zusammen mit griechischen Tierärzten kooperieren, um Hunde und Katzen zu kastrieren und medizinisch zu versorgen. Für die Durchführung und Fortsetzung dieses und anderer Projekte ist der Verein dringend auf Geldspenden und Mitglieder und vor allem auch auf Sponsoren angewiesen. Und nun berichtet Maria Winterleitner von einem neuen Problem, das Vangelis Trakossa betrifft. Der Tierschützer leidet unter einer stark abgenützten Hüfte und muss dringend operiert werden. Doch ist er nicht versichert und hat auch keine Ersparnisse, da er alles in den Tierschutz investiert. Winterleitner: „Wird sein Gesundheitszustand nicht besser, muss er seine Aktivitäten für den Tierschutz stark zurückschrauben. Möglicherweise gibt es auch hier eine Möglichkeit zu helfen?"

WUFF INFORMATION


Hilfe vor Ort!
Der Verein „Tierhilfe Kos-Griechenland" bittet um Ihre Hilfe, um den armen Tieren auf der Insel Kos zu helfen. WUFF unterstützt diese Initiative der Hilfe vor Ort und bittet Sie, mit Maria Winterleitner von der Tierhilfe Kos Kontakt aufzunehmen und nach Ihren Möglichkeiten zu helfen!

• Tierhilfe Kos – Griechenland
Paschinggasse 8/4/B3, A-1170 Wien
Tel.: +43 (0)699/17 19 28 61
E-Mail: [email protected]
http://www.tierhilfe-kos.at.tt

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Dr. Hans Mosser
Der Arzt und Theologe Mag. Dr. Hans Mosser ist Mitbegründer und Herausgeber von WUFF und arbeitet im Hauptberuf als leitender Arzt und ­Professor in einem Universitätsklinikum.

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