Tipps und Tricks für den Alltag

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Frage: Ich möchte mit meinem 2-jährigen Golden Retriever gerne Fahrrad fahren. Jetzt brauche ich ein paar Tipps, wie ich das am besten beginne.

Elisabeth Cech-Harrer: Ihr „Goldie" ist sicher der perfekte Begleiter bei diesen sportlichen Beschäftigungen. Es sind sehr viele Rassen – nicht nur die großwüchsigen! – geeignet, mit dem Fahrrad oder beim Joggen mitzulaufen. Der wesentlichste Punkt ist dabei natürlich die Gesundheit eines Hundes. Also vor dem Beginn des Trainings sollte man seinen Hund zur Sicherheit vom Tierarzt untersuchen lassen!
Radfahren schafft die Möglichkeit, sich in einem hundegerechten Tempo zu bewegen und trotzdem seinen Hund kontrolliert an der Leine zu haben. Beim Spaziergang an der Leine bewegen wir uns ja für jeden größeren Hund „langsam wie ein Großmütterchen". Die menschliche Gehgeschwindigkeit beträgt durchschnittlich 3-5 km/h, die leichte Trabgeschwindigkeit eines Hundes zwischen 8-12 km/h. Und wenn die Zeit für den Spaziergang mit dem Hund einmal knapp wird, kann man in kurzer Zeit ein paar Kilometer radeln, bevor man (mit schlechtem Gewissen) nur eine hektische „Pinkelrunde" geht.
Die sicherste Art, einem Hund das Mitlaufen am Rad beizubringen, ist die, einen Fahrradhalter zu verwenden (beispielweise der Firma „Springer", im Zoofachhandel erhältlich). Dieser Halter mit einer Feder verhindert, dass Ihr Hund ins Rad läuft, er wird im richtigem Abstand gehalten. Auch an unerwartetes „Ruckeln" und plötzliches Stehenbleiben – ohne „Köpfler" von Ihrer Seite – ist gedacht.

Mit dem Fahrrad vertraut werden
Hunde, die beim Spaziergang nicht an der Leine ziehen, haben das Radbegleiten sehr rasch gelernt. Machen Sie Ihren Hund mit dem Fahrrad vertraut, indem Sie es schieben und Ihren Hund daneben mitgehen lassen. Entweder halten Sie dabei die Leine selbst, oder eine zweite Person tut dies. Wenn Ihren Hund das Drehen der Räder nicht mehr stört, dann hängen Sie ihn an die kurze Leine des Fahrradhalters. Meist kann man schon nach kurzer Gewöhnungszeit aufsteigen und langsam losfahren. Wenn Sie sich selbst nicht sicher fühlen, führen Sie Ihren Hund anfänglich noch zusätzlich an einer zweiten Leine, die Sie in der Hand halten.
Üben Sie in ablenkungsfreier Umgebung (ruhige Seitengassen, breite Feldwege etc.) vor allem links und rechts abbiegen und auch das Anhalten. Verwenden Sie dabei ruhig Kommandos, wie „Links", „Rechts" und „Halt", die Ihr Hund sehr bald lernen wird. Sollte Ihr Hund aber auch beim Spaziergang an der Leine ziehen, dann können Sie probieren, ob Kopfhalfter und zweite Leine ihn beim Fahrradfahren von diesem Drang nach vorne abhalten. Besser wäre aber, zuerst auf „ebener Erde" dieses Problem zu beseitigen (siehe „Stop & Go-Training", Wuff-Ausgabe 02/02). Laufen ist aber nicht alles, was ein Hund benötigt. Machen Sie „Schnüffelpausen", und selbstverständlich muss ein Hund auch seine Geschäftchen verrichten können, am besten bevor Sie auf das Rad steigen. Nur Schlittenhunde können das im Weiterlaufen erledigen … Ihren Liebling als flotten Begleiter wünscht Ihnen
Elisabeth Cech-Harrer
Leiterin des Dog·College Tattendorf
Hundeerziehung & Verhaltensberatung

>>> WUFF – INFORMATION

Frage & Antwort

Elisabeth Cech-Harrer ist Leiterin des Dog College Tattendorf (Niederösterreich, nahe Wien) und Expertin für Hundeerziehung & Verhaltensberatung.
Kontakt und Info: http://www.dogcollege.at
Sie können Ihre Fragen per Post oder elektronisch auch richten an:
– WUFF, KW Verhalten, A-3034 Maria Anzbach
servi[email protected]

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Radfahren mit dem Hund:
Das sagt der Tierarzt
von Dr. Barbara Koller

Radfahren mit dem Hund? – eine wunderbare Alternative, wenn man folgendes beachtet: Der Hund sollte mindestens ein Jahr alt sein, bei großwüchsigen Rassen besser 18 Monate, da die noch wachsenden Knochen/Gelenke dieser Belastung nicht standhalten würden. Eine Untersuchung bei Ihrem Haustierarzt, der Ihrem Hund die nötige Fitness und Herz-/Kreislaufgesundheit bescheinigt, ist zu empfehlen.

Langsam beginnen!
Beginnen Sie langsam, anfangs max. 10 Minuten, um den Hund an die steigende Belastung zu gewöhnen, ohne einen Muskelkater zu riskieren. Steigern Sie diese Zeit wöchentlich um ca. 15 Minuten. Fahren Sie so langsam, dass der Hund locker und langsam nebenher traben kann (gerade mal so schnell, dass er nicht Schritt geht!).

Wichtige Ratschläge!
– Vermeiden Sie das Fahren in der Mittagszeit im Sommer – auch Hunde können überhitzen! Bei Temperaturen über 25° sollten Sie überhaupt nicht länger Rad fahren!
– Zu beachten ist auch, dass sich der Asphalt manchmal gewaltig aufheizt, sodass es regelrecht zu Brandblasen kommen könnte! Wenn Ihr Hund länger am Asphalt gelaufen ist, kontrollieren und pflegen Sie gegebenenfalls die Ballen mit Hirschtalg!
– Lassen Sie einen überhitzten Hund niemals direkt nach dem Laufen Unmengen an Wasser aufnehmen – er sollte zumindest 10 Minuten abkühlen, ehe er trinken darf!
– Füttern Sie nicht vor der Belastung – letzte Mahlzeit spätestens 4 Stunden davor. Ebenso nachher, mindestens 1 Stunde Ruhe, ehe der Hund fressen darf!

Prinzipiell kann man mit (fast) jeder Rasse Rad fahren, wobei allerdings Hunde mit kurzer Nase eher nicht für den Ausdauersport geschaffen sind und einen gemütlichen Spaziergang durchaus vorziehen. Ebenso werden ausgeprägte Sprinter, wie z.B. der Greyhound, aufgrund fehlender Ausdauermuskulatur nicht über längere Zeit neben dem Rad laufen wollen/können. Auch Hunde über ca. 40kg Körpergewicht sollten aufgrund ihres Gewichtes nicht zu lange neben dem Rad herlaufen, da gerade am Asphalt die Belastung für die Gelenke ja ungleich höher ist, als auf einem weichen Wald- oder Wiesenboden. Gerade aber lauffreudige Rassen, wie Jagd- und Schlittenhunde, werden nach sorgfältigem Aufbautraining voll Freude auch längere Distanzen neben dem Rad herlaufen und es Ihnen mit Gesundheit und Ausgeglichenheit danken.

Dr. Barbara Koller, Tierärztin in Ma. Enzersdorf/Südstadt, ist auf Sport- und Rennhunde spezialisiert und verfügt über ein Unterwasserlaufband zur Rehabilitation für Hunde.
http://www.greyhound.at.tt

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