Unterwegs in Norwegen – Der Winter-Extrem-Profitest

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Gemeinsam mit Ihren 19 Siberian Huskies ist die amtierende Europa- und Weltmeisterin im Schlittenhunderennen, Iris Mauderer, auf ihrer dreimonatigen Tournee, um ihre beiden internationalen Titel erfolgreich zu verteidigen.

Ursprünglich beabsichtigte Mauderer bereits am 12. Dezember 2019 aufzubrechen, um gemeinsam mit ihren Industriepartnern deren Produkte unter winterlichen, teils arktischen Temperaturen, zu testen (WUFF berichtete in Heft 1/20). Da aber am Abreisedatum noch einige Testprodukte fehlten, musste die Abreise auf den 19. Dezember verschoben werden. Nach Prüfung aller logistischen Voraussetzungen, vor allem der Bedingungen für das annähernd dreiwöchige Trainingscamp, musste Mauderer ihr Trainingslager zur Vorbereitung ihres Schlittenhundeteams kurzfristig nach Norwegen verlegen.

Mit der Stena Line fand sie einen Partner, der sie gemeinsam mit ihrem Dogtruck und dem neuen Dethleffs Generation Scandinavia Caravan auf der Seepassage von Kiel nach Göteborg beförderte. »Mit der Stena Line habe ich meinen Wunschpartner unter den Fährgesellschaften gefunden. Zunächst hatte ich noch Bedenken hinsichtlich der Ein- und Ausfahrt für mein 16 Meter langes Fahrzeuggespann. Meine Bedenken erwiesen sich als vollkommen unbegründet, da die Auf- und Zufahrtswege äußerst großzügig dimensioniert waren, sodass sich das Handling meines langen Gespannes als völlig unproblematisch erwies. Der Service an Bord ist wirklich gut und die Unterhaltungsmöglichkeiten sind sehr vielseitig. Mehrere Restaurants, Bars, ein toller Dutyfree-Shop mit hervorragenden Angeboten und einem günstigen Preisleistungsverhältnis habe ich an Bord angetroffen. Die 14-stündige Überfahrt in der Kabine war äußerst angenehm, sodass ich am nächsten Morgen ausgeruht und entspannt mich mit meinem Schlittenhundeteam von Göteborg über die schwedisch-norwegische Grenze in Richtung Løten begeben konnte«, so Iris Mauderer.
Video: https://youtu.be/07pImzJWrLA

Auf Vermittlung der vor Ort lebenden Weltklasse Schlittenhundesportlerin, Lena Boysen, traf Iris Mauderer am Abend in Løten auf der Schafsfarm Mattisrud ein. Mattisrud ist ein alter historischer Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, der in jahrelanger Handarbeit von den beiden Besitzern Ingrid und Jon bis ins Detail wieder liebevoll restauriert wurde. »Als ich am nächsten Morgen aufwachte, traute ich meinen Augen nicht. Eine wunderschöne, tief verschneite und bezaubernde Landschaft beeindruckte mich sofort. Mattisrud ist ein unglaublich romantisches und verträumtes Fleckchen Erde, was man meist von Ansichtskarten her kennt. Strahlend blauer Himmel und verschneite Tannen, mit im Sonnenaufgang feuerroten Baumspitzen, sind ein unglaubliches und einmaliges Motiv. Man wähnt sich einfach in einem Wintertraum«, so Iris Mauderer.
Video: https://youtu.be/R7kvmzunjcQ

Noch am Abend zuvor hatte sich Iris in der Dunkelheit an den Aufbau Ihres Schafzaunes zur Einfriedung ihrer Huskies begeben. Bei zweistelligen Minusgraden für die Sportlerin ein sicher anspruchsvoller Job. Die ersten beiden Testprodukte, zum einen der 2 KW Stromerzeuger von Denqbar sowie die hochleistungs-LED-Leuchten von Ledlenser waren für sie dabei eine großartige Unterstützung. Auf Grund der winterlichen Minusgrade war der Boden unter dem Schnee tief gefroren. Infolgedessen musste der Stromgenerator Höchstleistungen vollbringen. Während des dreiwöchigen Tests sprang der Generator stets beim ersten Startversuch ohne jegliche Probleme sofort an. Nach einigen Tagen der Zuverlässigkeit ließ Iris den Generator auch nachts draußen stehen. Auch unter dieser Extrembelastung war er bei Temperaturen um -17ºC absolut zuverlässig. Dabei lag der Geräuschpegel in einem akzeptablen und angenehmen Bereich, was durch die schallschluckende Schneedecke zusätzlich unterstützt wurde.

»Im Vergleich zu den Generatoren, die ich in den vergangenen Jahren nutzte, konnte das Denqbar-Produkt in allen Punkten überzeugen. Alleine das Starten mit dem Anziehriemen war für mich als Frau, wie die gesamte Nutzung des Stromerzeugers komfortabel, zuverlässig und wirklich überzeugend. Einige meiner früheren Generatoren waren zudem Zweitakter, die nicht nur alle wesentlich lauter waren, sondern eine enorme Geruchsbelastung von den Abgasen her verursachten. Auch hier kann ich dem Stromerzeuger eine Bestnote ausstellen. Vom Preisleistungsverhältnis in der 500,- € Klasse ist der Denqbar Generator unschlagbar und daher auch meine absolute Empfehlung. Wir werden sehen, ob die weitere Testnutzung in den nächsten Wochen genauso hervorragend läuft«.

Es werde Licht
Bezüglich der Ledlenser-LED-Stirnlampen berichtet Mauderer, dass das Eigengewicht, der Tragekomfort am Kopf und vor allem die Lichtstärke und Leuchtweite sowie die Energiekapazität mustergültig und marktführend sind. Hierzu Iris Mauderer: »Gerade im Dezember und Januar sind die Tage hier in Norwegen sehr kurz. Insofern sind die LED-Lampen bereits am Morgen und Nachmittags ab 15:00 Uhr eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit mit den Hunden und dem Equipment, sowie bei allen wichtigen Dingen, die den Tag von morgens von 7 bis abends 22 Uhr ausfüllen«. Überraschenderweise erfuhr Iris von Ingrid und Jon, dass offensichtlich der ortsansässige Schlittenhunde Club in Løten verschiedene hervorragende Trainingstrails für Schlittenhunde im guten Zustand bereit hielt. Obwohl Mauderer in Gasbu bei Hamar von den Trainingsstrecken das Schlittenhunde Mekka Europas vorfand, realisierte sie die Hälfte der Trainingsläufe auf Mattisrud. Auch die Umgebung von Mattisrud hielt vom landschaftlichen Reiz, mit all seiner Idylle und Romantik das, was die Farm ohnehin schon versprach.

Da in Gasbu am 4. Januar vom dortigen Schlittenhunde-Club ein Trainingsrennen ausgeschrieben war, nahm Iris hieran teil, um sich der internationalen Konkurrenz unter Wettbewerbsbedingungen zu stellen. Hierzu spannte Iris 11 Huskies ein und genoss die 17 km lange Rennstrecke in vollen Zügen. Die Hunde liefen hervorragend und es war ein fantastischer Tag, der am Abend mit Polarlichtern am Himmel gekrönt wurde.
Video: https://youtu.be/bOhGJc8qZPM

Nun blieben noch zwei Tage Aufenthalt in Løten, bevor es am 6. Januar wieder Richtung Heimat nach Deutschland ging. Für die Rückfahrt bis zum Fährhafen nach Göteborg wurden sechs Stunden veranschlagt, sodass Iris sich gemeinsam mit ihren 19 Huskies und dem Dethleffs-Caravan am frühen Morgen von der Schafsfarm Mattisrud mit ein bisschen Wehmut verabschiedete. Der Aufenthalt hätte sicher noch ein wenig andauern können, aber in Anbetracht des in Norwegen einsetzenden Tauwetters wurde die Zeit für das Schlittenhundeteam in Løten bestens genutzt.

Es geht wieder heimwärts
Nach sechsstündiger Fahrt traf Iris pünktlich um 16:30 Uhr zur Verschiffung des Gespanns im Hafen von Göteborg an der Stena Line Fähre ein. Gewohnt professionell und hervorragend organisiert erfolgte die Verladung des Gespanns. Zuerst wurden die Hunde unter Deck versorgt. Dann folgten ein paar unterhaltsame Stunden mit einem Abendessen in einem der sehr guten Restaurants an Bord. Mit Sondererlaubnis ließ Iris gegen 22 Uhr ihre Hunde noch einmal aus dem Dogtruck, um sich dann zur Nachtruhe zu begeben. Pünktlich am nächsten Morgen erreichte die Fähre den Hafen in Kiel. Es folgten sieben Stunden Fahrt, sodass Mauderer samt ihrem Schlittenhundegespann gegen Abend wieder daheim war.

Zu Hause angekommen, hatten die Hunde erst ein wenig Probleme mit der klimatischen Umstellung. Aber für das kommende Wochenende hatte Mauderer für ihr Schlittenhundeteam die Teilnahme am internationalen Schlittenhunderennen in Werfenweng im Salzburger Land geplant. Zwischenzeitlich meldeten die meisten Rennorte Absagen für ihre Rennen, weil dort kein Schnee vorhanden war. So auch Unterjoch im Allgäu, wo eigentlich einer der vier Qualifikationsläufe des Deutschen Schlittenhunde-Verbandes ausgeschrieben war. Ersatzweise startete Iris dann in Werfenweng. Hier belegte sie in der 8-Hunde-Klasse den dritten Platz, war jedoch schneller als die gesamte Königsklasse in der offenen Disziplin, in der die Teilnehmer mit bis zu 14 Hunden starteten. Eigentlich ein sehr guter Erfolg, wenn man bedenkt, dass Iris vier »Yearlings«, davon drei Hündinnen, im Team hatte. Sie gab ihren Hündinnen Alina, Alpha und Amy, drei ihrer Tophunde, den Vorzug, da diese vom deutschen Zuchtverband zur Zuchtzulassung einen Arbeitsnachweis von insgesamt 100 km in der laufenden Saison absolvieren müssen. Hierdurch leistungsmäßig leicht gehandicapt, war sie mit dem Rennergebnis und der drittschnellsten Zeit im Teilnehmerfeld mehr als zufrieden.

Bislang macht der Dethleffs Generation Scandinavia Caravan einen hervorragenden Eindruck. Die Nachlaufeigenschaften sind sehr gut und die gesamte Verarbeitung des Interieurs und Mobiliars ist äußerst stabil und erstklassig verarbeitet. Besondere Erwähnung gebührt der Kälteisolation, wobei die Alde Warmwasserheizung zum behaglichen Wohlbefinden im Caravan einen großen Anteil hat. Sie lässt sich kinderleicht bedienen und programmieren, arbeitet sehr präzise und zuverlässig. Die einmal eingestellte Raumtemperatur regelt sich einwandfrei und insgesamt ist das Raumklima wesentlich angenehmer im Vergleich zu Heizungen mit Warmluftgebläse. Dies ist insbesondere für die Schleimhäute wesentlich angenehmer. »Da die meisten Caravanheizungen die Abluft über das Dach abführen, musste ich in der Vergangenheit stets Kaminverlängerungen anbringen und selbst dabei darauf achten, dass bei starkem Schneefall der Kamin für den Austritt der Abgase frei blieb. Bei der Alde Warmwasserheizung wird die Abluft an der Seitenwand des Caravan abgeführt, was eine enorme Einsatzsicherheit bei starkem Schneefall gewährleistet«, so Mauderer.

Gleich nach dem Rennen startete sie die Heimreise. Zu Hause angekommen, trafen die nächsten Terminabsagen für die weiteren Qualifikationsläufe ein. Damit waren neben Unterjoch auch die Renntermine für Bitz und Todtmoos im Schwarzwald ausgefallen. Dann folgte noch die Nachricht, dass für das erste Februarwochenende die Deutsche Meisterschaft in Frauenwald im Thüringer Wald ebenfalls wetterbedingt stark gefährdet ist und voraussichtlich ebenfalls abgesagt werden muss.

»Einen derart schlechten Winter mit solch katastrophalen Schneeverhältnissen habe ich in 33 Jahren Schlittenhundesport noch nicht erlebt. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Wettergott es für die nächsten zwei Monate unserer Schlittenhundesaison mit uns besser meint und uns reichlich Schnee beschert. Wenn ich bedenke, dass einige Sportsfreunde mittlerweile selbst aus den sonst so sicheren Schneegebieten wie Schweden und Norwegen über bisher unbekannten Wärmeeinbruch mit Tauwetter und teilweise vereisten Rennstrecken berichten, wird die Klimaveränderung und die Erderwärmung gerade bei uns im Schlittenhundesport deutlich spürbar und ist auch nicht mehr weg zu diskutieren,« so Mauderer.

Nun bleibt abzuwarten und die Daumen zu drücken, dass die nächsten Renntermine zur Weltmeisterschaft in Zuberec (Slowakei), zur Europameisterschaft in Sestriere (Italien) und zum Etappenrennen Lekkarod in Frankreich durchgeführt werden können und Mauderers Huskies noch viele Kilometer Schnee unter die Pfoten bekommen.

Pdf zu diesem Artikel: profitest_winter_extrem

 

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