Verurteilte Mühlviertler Welpenhändler müssen erneut vor Gericht

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Laut Anklage 16 Hunde mit falschen Angaben verkauft, 55 Tiere wegen widriger Haltungsbedingungen krank

Linz (APA) – Ein mittlerweile rechtskräftig wegen schweren gewebsmäßigen Betrugs und Tierquälerei verurteiltes Welpenhändler-Paar aus OÖ wird erneut wegen dieser Tatbestände angeklagt: Die beiden sollen, während bereits Verfahren gegen sie liefen, weiter kranke Hunde verkauft haben. Inzwischen ist die Frau in Strafhaft und wartet hinter Gittern auf ihren nächsten Prozess, ihr Mann befindet sich auf freiem Fuß.

Die Frau hatte früher in Deutschland Hunde gezüchtet. Nach einem Tierhalteverbot dort waren sie und ihr Mann schließlich auf einen Bauernhof im Bezirk Rohrbach übersiedelt. Dort hielten sie erneut Hunderte Welpen und verkauften diese. Etliche Abnehmer hatten geklagt, kranke Tiere bekommen zu haben, einige Welpen starben kurz nach der Übergabe.

Das Paar fand sich Mitte 2015 vor Gericht wieder. Laut dem bereits rechtskräftigen Urteil des Landesgerichts Linz haben die beiden rund 740 Tiere unter widrigen Bedingungen gehalten und zumindest 262 Abnehmer um mehr als 170.000 Euro geschädigt. Die Frau fasste 24 Monate unbedingt, ihr Mann 24 Monate teilbedingt aus. Mehr als 100 Opfer erhielten Privatbeteiligten-Zusprüche im drei- bis vierstelligen Eurobereich.

Nun wirft die Staatsanwaltschaft Linz dem Paar vor, von März 2015 bis Jänner 2016 weitere 16 Welpen verkauft zu haben. Auch diesmal sollen die beiden die Hunde als kerngesund und als aus einer professionellen Zucht stammend angepriesen haben. Laut Anklage befanden sich die Tiere aber in Wirklichkeit in einem teils sehr schlechten Gesundheitszustand und seien unterhalb jeder hygienischen, gesundheitlichen und sozialen Anforderung gehalten worden. Aus dem Gesamtbestand erkrankten 55 Hunde. Laut einem Gutachten seien zudem auch drei Pferde, vier Landschildkröten und zwei Katzen auf dem Hof des Paares nicht artgerecht gehalten und dadurch unnötigen Qualen ausgesetzt worden.

Am 6. Juni müssen sich die beiden erneut vor Gericht verantworten. Sollten sie wieder verurteilt werden, droht ihnen eine Strafe von einem bis zu drei Jahren Haft. Nach wie vor anhängig sind Ermittlungsverfahren gegen einen Tierarzt und einen Beamten, die zu lange weggesehen haben sollen.

 

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