Viele Hunde sind zu dick!

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Nach Schätzungen bringt rund ein Drittel der Hunde zu viel Gewicht auf die Waage. Die Folge sind Krankheiten wie Diabetes, Gelenksprobleme durch Überlastung, Hauterkrankungen und bestimmte Tumore, schlug Prof. Dr.med.vet. Jürgen Zentek vom Institut für Klinische Tierernährung an der Veterinärmedizinischen Universität
Wien, Alarm. Dieser Lehrstuhl, der vor einem Jahr vom Futtermittelhersteller Eukanuba gestiftet wurde, dokumentiert die Öffnung der Universität unter Rektor Wolf Dieter Freiherr von Fiercks für „public private partnerships“, in denen die universitäre Grundlagenforschung von Firmen mitfinanziert wird, die dann ihrerseits Ergebnisse dieser Forschung in die Produktentwicklung einfließen lassen.

Prof. Zentek, der vor einem Jahr als Leiter dieses neuen Lehrstuhls von der Tierärztlichen Hochschule Hannover nach Wien geholt worden war, weist darauf hin, dass sich das Erkrankungsspektrum unserer Vierbeiner im Vergleich zu früher geändert habe. Statt Mangelkrankheiten stünden heute die Folgen des Überflusses im Vordergrund. Starkes Übergewicht bei Hunden sei daher behandlungsbedürftig. Bei erheblicher Fettleibigkeit sei mit einer Diätdauer von einem halben Jahr zu rechnen. Vor Diätbeginn solle eine tierärztliche Untersuchung des Hundes erfolgen, da auch manche Erkrankungen Ursache von Übergewicht sein können.

„Figurprobleme“ beim Hund sind einfach zu vermeiden   
Grundsätzlich empfiehlt Prof. Zentek eine Reduktion der Energiezufuhr bzw. die Verwendung entsprechenden Diätfutters. Auch sollte vermehrt auf Bewegung geachtet werden. Als Vorbeugemaßnahmen nennt der Wissenschafter:
1. Vermeiden unnötiger Futterumstellungen, da die Abwechslung des Futters den Hund zur vermehrten Futteraufnahme animiert,
2. Beachtung des Energiegehaltes von  Leckerlis (auch ein Stück Obst sei als Belohnung geeignet), und
3. Vermeidung des Verfütterns von Essensresten, vor allem wenn diese stärker gewürzt und fett sind.

Nassfutter oder Trockenfutter?
Auf die Frage, welche Form des Futters er präferiere, meinte Prof. Zentek, dass sowohl ein modernes Nass- wie auch Trockenfutter alle erforderlichen Bestandteile beinhalte. Besitzer großer und mittelgroßer Hunde bevorzugten Trockenfutter, während Kleinhundbesitzer eher zum Nassfutter greifen. Bei den Trockenfuttermitteln sei zwar die notwendige Grundversorgung sowohl bei den Billigprodukten wie auch beim Premiumfutter vorhanden, die bessere Qualität der Rohstoffe und vor allem die bessere Verwertung des Futters durch den Hund schlage sich aber naturgemäß bei den Produkten im Premiumsegment im höheren Preis nieder. Eine reine Fleischfütterung sei abzulehnen, da der Hund damit nicht ausreichend mit allen erforderlichen Stoffen versorgt werden könne. Die einfachste und sicherste Art, seinen Hund gesund zu füttern, bestünde aus der Verabreichung eines ausgewogen zusammengesetzten, fertigen Mischfutters. Der Hund sei von seiner Natur her auf konzentrierte Nahrung „eingerichtet“, betonte der Professor.

Individuelle Tipps zur Ernährung von Hund und Katze gibt der Tierarzt oder auch der Lehrstuhl für Klinische Ernährung an der Veterinärmedizinischen Universität (Tel.: +43 (0)1/ 25077-3202), wenngleich Prof. Zentek betont, dass für eine fachgerechte Beratung eine Vorstellung des Hundes auf der Klinik oder beim Tierarzt erforderlich sei. Gut bewährt habe sich auch ein Merkblatt, das dem Patienten nach Hause mitgegeben wird, sowie vor allem eine begleitende Kontrolle – auch dann, wenn die eigentliche Krankheit geheilt wurde. Prof. Zentek empfiehlt seinen Kollegen in den Tierarztpraxen, vermehrt auf die Prophylaxe des Übergewichtes durch Beratung über richtige Ernährung einzugehen.

 

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