Vier Hunde tot: Steirer wegen Tierquälerei vor Gericht

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Angeklagter: „Ich war so fertig wegen der Scheidung“

Graz (APA) – Vier von fünf Hunden eines Steirers starben einen langsamen, qualvollen Tod, weil der Mann sie über Monate kaum versorgt hatte. Am Freitag stand er wegen Tierquälerei in Graz vor Gericht und bekannte sich schuldig. Er sei nach seiner Scheidung völlig fertig gewesen und habe auf die Hunde vergessen, so seine Rechtfertigung. Der Prozess wurde vertagt.

Der 45-Jährige hat seit seinem fünften Lebensjahr Hunde. Unter den fünf Tieren, um die es in der Verhandlung ging, war auch ein verhaltensgestörter Hund, der seinen vorigen Besitzer schwer verletzt hat. „Ich war der Einzige, den er in die Nähe gelassen hat“, schilderte der Angeklagte seine an sich große Zuneigung zu den Hunden.

„Für ihn ist das nicht nachvollziehbar, wie das passieren konnte. Er hat sich nicht einmal die Bilder von den toten Tieren anschauen können, er war von Kind auf ein großer Tierliebhaber“, schilderte die Verteidigerin. „Warum?“, fragte Richterin Astrid Rauchenwald den Beschuldigten. „Ich hatte Probleme mit der Scheidung. Dann hab‘ ich mich ganz in die Arbeit hineingeschmissen und bin oft gar nicht nach Hause gefahren“, erzählte der 45-Jährige.

Zwischen Ende 2015 und März 2016 vergaß er häufig, die Hunde zu füttern oder ihnen Wasser zu geben. Drei verendeten im Zwinger, einer musste eingeschläfert werden. „Waren Sie depressiv?“, wollte die Richterin wissen. „Das kann ich nicht beurteilen“, meinte der Angeklagte. Seinen Gemütszustand und seine daraus resultierende Schuldfähigkeit soll nun ein Psychiater abklären. Die Verhandlung wurde vertagt.

 

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