Welcome to paradise

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Die überirdische Schönheit des irischen Westens war die Kulisse zahlreicher Filmerfolge, wie „The Field" mit Tom Berenger, „Ryans Daughter" mit Robert Mitchum und Trevor Howard, „The Quiet Man" mit John Wayne und Maureen O´Hara, „The Purple Taxi" mit Charlotte Rampling und „Far and Away" mit Tom Cruise und Nicole Kidman. Wer die Westküste bereist hat, versteht warum. Sie gehört zu den kostbarsten Naturjuwelen Europas. Die beeindruckende landschaftliche Vielfalt, die unverbrauchte Natur, die berauschend satten Grüntöne, die engen, fast menschenleeren Küstenstraßen geben eine Ahnung, wie es einst ausgesehen haben könnte im Paradies. Wenn man dann noch Irland im strahlendsten Sonnenschein erleben darf wie wir, ist das Glück vollkommen.

Übernachten kein Problem
Mit dem Mietwagen von Limerick ins Burrengebiet und dann die Westküste entlang bis Killarney und retour war unsere geplante Reiseroute. Gebucht hatten wir nur für die ersten beiden Nächte, denn das Übernachten ist in Irland nirgends ein Problem. Unzählige Privathäuser bieten günstig „Bed & Breakfast", und irgendwo auf der Strecke findet sich immer eines, das ein Zimmer frei hat. Bei unseren Gastgebern im Drumcreehy House in Ballyvaughan, der ersten Station unserer Reise, fühlten wir uns so wohl, dass wir gleich um eine Nacht verlängerten. Das deutsch-irische Ehepaar bietet nicht nur wunderschöne Zimmer mit morgendlichem Blick auf eine buntscheckige Kuhherde und ein tolles Frühstück in stilvoll irischem Ambiente, sondern ist darüber hinaus sehr tierlieb.

Hunde meist im Freien gehalten
Dass Hündin (ein Collie, wie könnte es in Irland anderes sein) und Kater im Bett nächtigen, ist in Irland allerdings die große Ausnahme, denn die Iren halten ihre Hunde meist draußen. Und so ist die typische Mensch-Hundbeziehung auf der grünen Insel auch eher eine zweckbezogene. Auf unserer Fahrt durch die einzigartige Burrenlandschaft, ein Naturschutzgebiet mit bizarren Felsformationen, schroffen Steilküsten, mystischen alten Friedhöfen und romantischen Dörfern, waren wir immer wieder beeindruckt von der paradiesischen Schönheit der Insel. Die Küste entlang, vorbei an Doolin mit Pflichtbesichtigung der weltbekannten Cliffs of Moher (sehr beeindruckend, aber leider touristisch völlig überlaufen), landeten wir in Spanish Point, einem kleinen Städtchen mit legerem Golfclub direkt am Meer. Unsere Reisegolfbags hatten wir für solche Fälle stets dabei.

Bordercollies auf der Suche nach Zeitvertreib
Beim anschließenden Strandspaziergang trafen wir den ersten Bordercollie, der sich uns begeistert anschloss und offensichtlich unter akutem Beschäftigungsmangel litt. Leider jagte er deshalb mit Begeisterung Autos nach, um nach den Reifen zu schnappen. Ein Bild, das sich uns des öfteren bot – arbeitslose Bodercollies auf der Suche nach Zeitvertreib. Kein ungefährliches Vergnügen, doch zum Glück gibt es in dieser Gegend wirklich wenig Verkehr. Abgesehen von Collies begegneten wir den unterschiedlichsten Spaniels, gegen die unsere heimischen Vertreter wie verweichlichte Dandies abschneiden. Irlands Spaniels sind raue Naturburschen, denen man ihre ursprüngliche Bestimmung noch ansieht. So wie die robusten irischen Yorkies, die gar nicht so aussahen, als würden sie gerne in Frauchens Handtasche reisen.

Buntgescheckte Schönheiten
Doch weder Mensch noch Hund gehört Irlands Westen, sondern einzig und allein den Kühen. Man begegnet ihnen wirklich überall, meist buntgescheckte Schönheiten, die wie Blumen aus der grünen Landschaft leuchten. Die Weiden ziehen sich oft bis ganz an die Küste hinunter und sind durch die für die Burrenlandschaft typischen alten Steinmauern voneinander getrennt. Hie und da teilen sich die Rinderherden die riesigen Weiden mit Eseln und Pferden. In kärgeren Gegenden werden sie von Schafen verdrängt, und sogar eine Alpacaherde entdeckten wir einmal mittendrin.

Noch unberührte Natur
Nur kurz verweilten wir in Tralee, einer typisch irischen Kleinstadt ein paar Kilometer landeinwärts. Doch am meisten beeindruckte uns die Gegend um Dingle, einer wunderbar farbenfrohen Hafenstadt mit allabentlicher Lifemusik in fast allen Lokalen. Dort entdeckten wir das sehenswerte Emlach House, ein von außen eher schlichtes Hotel, dessen Understatement aber spätestens beim Eintreten endet. In einzigartiger Atmosphäre, das Frühstück wird bei klassischer Musik und mit eigener Speisekarte zelebriert, die Zimmer sind unbeschreiblich schön und – wie könnte es anders sein – mit Blick auf Meer und Kuhherde, verbrachten wir zwei unvergessliche Tage. Vom Hafen aus werden Schifffahrten zum „Dolphin-Watching" in der Bucht angeboten, und direkt am Meer liegt der idyllische Ceann Sibèail Golfclub. Der Halbinsel vorgelagert sind die Basket Islands, berühmt weniger wegen der Handvoll Menschen, die noch dort lebt, sondern wegen der einzigartigen Tierwelt. Ungestört von Umweltverschmutzung und Tourismus nisten dort Papageientaucher, bringen Robben ihre Jungen zur Welt, tummeln sich Delphine und bei viel Glück sogar Wale.

Unsere Rundreise (leider viel zu schnell vorbei) endete in Killarney, einem lebhaften Städtchen mit unzähligen Lokalen und einem beeindruckenden Nationalpark. Von dort ging es nonstop zum Flughafen in Limerick. Und als wir uns wehmütig von Irlands Schönheit verabschiedeten, tröstete uns nur eines: Der irische Regen, der just an dem Tag zurückkehrte, als wir der grünen Insel Lebewohl sagen mussten.




>>> WUFF – INFORMATION


Greyhounds: Irischer Wermutstropfen …

Nur ein Wermutstropfen trübt die paradiesische Idylle der grünen Insel, jedenfalls für uns Tierfreunde. Hunde- und Pferderennen haben in Irland Tradition, und fast in jeder Stadt trifft man auf Wettbüros. Aus diesem Grund werden im ganzen Land jährlich tausende von Greyhounds gezüchtet. Die meisten fristen ein erbärmliches Leben in winzigen Verschlägen. Nur wer Leistung bringt und Rennsiege einläuft, hat ein Recht auf Leben. Die Verlierer, also die große Mehrzahl, verlässt die Rennbahnen durch den „Hinterausgang". Tiere, die nicht ausgesetzt oder getötet werden, landen meist in Spanien, wo sie noch einmal um ihr Leben laufen müssen. Und wer kennt sie nicht? Die Geschichten über die armen „Galgos", die spanischen Windhunde, die einfach am nächsten Baum aufgehängt werden, wenn sie nicht mehr rennen können.



>>> WUFF – TIPP


Wirklich zu empfehlen!

Bed & Breakfast-Tipp
Drumcreehy House, Ballyvaughan, Co Clare, Ireland
http://www.drumcreehyhouse.com
Tel.: 00353-65-7077377

Hotel-Tipp
Emlach House, Dingle, Country Kerry, Ireland
http://www.emlaghhouse.com
Tel.: 00353-66-9152345


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