Wenn ich ein Hund wäre … Teil 2

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Was wünschen sich Hunde von uns?

In diesem Teil geht es um Themen, die aufgrund althergebrachter Informationen immer wieder zum Problem in der Mensch-Hund-Beziehung führen. Sie finden hier keine Trainingsanleitung, sondern Sie werden für Eigenschaften und Verhaltensweisen von Hunden sensibilisiert. Vielen Hundehaltern fehlt diese Sensibilität für einen tollen Umgang mit ihrem Hund. Ob ihr Verhalten auf mangelndem Wissen basiert oder einfach ihrem Naturell geschuldet ist? Dieser Artikel öffnet die Tür zu einem fairen und gerechten Umgang miteinander.

Thema Ängste: Da muss er durch – der Hund! Egal, ob ein Hund Schutz bei seinem Menschen vor anderen Hunden sucht, unsicher oder gar ängstlich auf Geräusche oder auch optische Auslöser reagiert – man soll den Hund nicht trösten, weil Trost die Situation nur verschlimmert. Ein weit verbreiteter Irrtum, der sich unglücklicherweise viel zu lange in den Köpfen der Menschen verankert hat – leider bis zum heutigen Tag! Denn: Angst ist kein Verhalten, sondern eine Emotion – eine negative Emotion. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf den Unterschied von Angst, Phobien oder Ängstlichkeit eingehen, da es mir in erster Linie nicht um einen Fachartikel zum Thema Angst geht, sondern um eine Sensibilisierung des Menschen gegenüber negativen Empfindungen beim Hund. Eine negative Emotion kann durch das Hinzufügen von etwas Positivem nicht verschlimmert werden, es sei denn, der Mensch verhält sich unbewusst bedrohlich aus der Sicht des Hundes. Je nach Hundetyp könnte zum Beispiel ein vornübergebeugter Mensch bedrohlich auf den Hund wirken und der gut gemeinte Trost so der Situation nicht zuträglich sein. Will also der Mensch seinem Hund in ängstigenden Situationen Trost spenden, muss er sich u. a. sehr stark seiner Körpersprache bewusst sein.

Es ist eigentlich gar nicht so schwer sich vorzustellen, dass auch Hunde froh und dankbar darüber sind, wenn man ihnen in ängstigenden Situationen beisteht. Sicher kennt ein jeder von uns das Gefühl Angst zu empfinden. Ängste werden auch nicht immer gleich stark empfunden. Es kann je nach Situation und Umweltbedingungen sehr variieren, wann ein Individuum welche Empfindungen hat. Schicke ich beispielsweise mein Kind allein im Dunkeln in sein Zimmer, kann es sein, dass sich das Kind ängstigt. Am Tag macht es meinem Kind aber überhaupt nichts aus dieser Bitte Folge zu leisten. Dieselbe Bitte bei Dunkelheit an mein Kind gerichtet, macht meinem Kind Angst oder löst zumindest ein Gefühl von Unsicherheit/Unwohlsein aus. Mein Kind hat in diesem Moment eine negative Empfindung. Natürlich kann ich darauf bestehen, dass mein Kind allein hinauf in sein Zimmer geht. Betrachtet man das Ganze aber mal aus Sicht des Kindes: Wie fühlt sich mein Kind, wenn ich es mit diesem Gefühl allein lasse? Ist es möglich, das negative Empfinden meines Kindes zu verschlimmern, wenn ich es bei Dunkelheit hinauf in sein Zimmer begleite? Oder ist es nicht vielmehr so, dass mein Kind sich verstanden fühlt? Dass mein Kind weiß, dass ich da bin und es mir vertrauen kann?

Besteht eine vertrauensvolle Basis zwischen Hund und Hundehalter, ist die beste Strategie die ein Hund in ängstigenden Situationen wählen kann, Schutz bei seinem Menschen zu suchen. Ist die Beziehung nicht stabil genug oder die Reaktion des Menschen nicht adäquat – er schickt den Hund vielleicht weg – so können andere, weniger sinnvolle oder zum Teil gefährliche Strategien vom Hund gewählt werden. Er könnte beispielsweise in Panik davonlaufen und verletzt werden oder vielleicht aggressives Verhalten als Strategie entwickeln, wenn er sich nicht an seinen Menschen wenden kann. Es tut unseren Hunden einfach gut, wenn wir ihnen in unangenehmen Situationen zur Seite stehen.

Wenn ich ein Hund wäre …
… wünschte ich mir einen Menschen, der erkennt, wann ich mich nicht wohl fühle. Einen Menschen, der mich in ängstigenden Situationen nicht mir selbst überlässt. So kann mir zum Beispiel eine Streicheleinheit oder auch ein positiv erlerntes Signal – einfach alles, was ich in ängstigenden Momenten als angenehm empfinde, dabei helfen, besser mit meiner Angst umzugehen.

Der will mich doch nur ärgern
Mein Hund will mich ärgern: er uriniert in mein Heim, springt mich an, wenn ich nach Hause komme, klaut meine Nahrung, schnappt nach meiner Hand … Ja, was ist denn los mit einem Hund, der solche oder ähnliche unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legt? Will er seinen Menschen damit ärgern? Oder stecken vielleicht andere Gründe dahinter, wenn ein Hund sich so verhält? Ärgern wollen unsere Hunde uns bestimmt nicht. Dennoch gibt es Verhaltensweisen, die wir Menschen uns so nicht wünschen. Ein Hund verhält sich einfach wie ein Hund. Manche Hunde springen beispielsweise ihre Bezugsperson oder auch andere Menschen an. Das Tier könnte aus diversen Gründen aufgeregt sein, es könnte aus großer Freude über das Wiedersehen seiner Bezugsperson an dieser hochspringen oder aber generell aus einer Übererregung heraus, die andere Ursachen hat. Verhalten fällt nicht vom Himmel! Es hat eine Ursache und eine Funktion! Die Aufgabe des Menschen ist es, diese Funktion herauszufinden. Dabei wäre zunächst einmal wichtig, hundliches Normalverhalten von verhaltensauffälligem Verhalten unterscheiden zu können.
Wer als Hundehalter mit dem Thema nicht ausreichend vertraut ist, sollte dazu die Hilfe von Fachleuten in Anspruch nehmen. Vor allen Maßnahmen steht in jedem Fall die Abklärung des Gesundheitszustandes des Tieres. Die Möglichkeit, dass der Hund krankheitsbedingt ein unerwünschtes Verhalten – wie beispielsweise Urinieren im Haus – an den Tag legt, muss zunächst ausgeschlossen werden. Oftmals sind die Gründe für unerwünschte Verhaltensweisen Unter- oder Überforderung, wenig Strukturen im Hundealltag, Ängste, Unsicherheiten, aversive Trainingsmethoden oder manchmal auch einfach in mangelndem Training zu finden. Die Gründe, warum sich Hunde für ihre Halter unerklärlich bzw. unerwünscht verhalten, sind mannigfaltig. Wichtig ist hier in jedem Fall: Eine gründliche Analyse durch eine Fachfrau/einen Fachmann durchführen zu lassen. Eine gute Aufklärung des Halters über hundliches Normalverhalten, Trainingsmöglichkeiten für das Hund-Mensch-Team oder vielleicht auch das Abstellen bestimmter Faktoren im Umfeld des Hundes können erforderlich sein, um das unerwünschte Verhalten zu verbessern oder auch gänzlich abzustellen. Natürlich ist man als Hundehalter augenscheinlich einfacher und schneller mit dem Problem fertig, wenn man als Erklärungsmodell annimmt, der Hund wolle einen mit seinem Verhalten ärgern. Schon ist der Schuldige gefunden und die Sache ist erledigt. Leider führt diese irrige Annahme immer wieder genau dahin, wo es für viele Hunde unangenehm wird: Menschen greifen der Einfachheit halber zu aversiven Mitteln, um ihre Hunde vermeintlich schnell zu „therapieren“. Der Weg einer genauen Analyse unter Zuhilfenahme eines Trainers erfordert sicher zunächst einmal etwas mehr Aufwand. Es sollte allerdings der einzig gangbare Weg sein, bevor man sich als Hundehalter in den Bereich von Gewaltanwendung gegen sein Tier begibt, nur, weil man der Annahme ist, das Verhalten des Hundes sei provokant und gegen seinen Halter gerichtet.

Wenn ich ein Hund wäre …
… wünschte ich mir, dass sich meine Menschen sehr gut über das Normalverhalten von Hunden informieren. Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass ich mich einfach verhalte wie ein Hund – weil ich ein Hund bin! Sie sollten sich auch darüber bewusst sein, dass es ihre Aufgabe und Verpflichtung ist, sich zu überlegen, wie sie das Leben mit mir gestalten wollen: Soll ich am Tisch nach Nahrung betteln dürfen oder brav auf meiner Decke liegen, während die Familie ihre Mahlzeiten einnimmt? Ich muss die Chance bekommen, die Regeln, an die ich mich halten soll, positiv erlernen zu dürfen.

Anpassungsleistungen unserer Hunde
Die Welt, in der wir Menschen mit unseren Hunden leben, ist zum Teil eine sehr hektische und sehr laute Welt. Viele Menschen stehen durch verschiedenste Faktoren enorm unter Stress. Nicht jedem Menschen gelingt es, den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Spricht man allerdings mit Menschen über die Erwartungen, die sie an ihre vierbeinigen Familienmitglieder stellen, fallen diese mitunter recht hoch aus. Gerade bei meiner Arbeit als Trainerin bekomme ich auf meine Frage nach dem Trainingsziel/-wunsch doch immer eine nicht unerhebliche Menge an Verhaltensweisen aufgezählt, die sich Menschen von ihren Hunden wünschen:

• Eigentlich soll er nur kommen, wenn man ihn ruft.
• Er sollte nicht zu jedem Hund hinwollen.
• So ca. 3 bis 5 Stunden sollte er allein bleiben können, weil wir ja arbeiten müssen.
• Nach Möglichkeit sollte der Hund artig an der Leine laufen.
• Beim Autofahren sollte er brav sein und auch im Auto allein bleiben können.
• Gut wäre auch, wenn er sich mit anderen Hunden verträgt … dann sind die Spaziergänge nicht so stressig.
• Verträglich mit Kindern soll er natürlich auch sein.
• Er soll Frauen mögen.
• Er soll Männer mögen.
• Ich würde gern mit ihm joggen oder Rad fahren.
• Gelegentlich muss unser Hund auch mal mit in die Stadt – auch das sollte kein Problem darstellen.
• Er sollte kein aggressives Verhalten gegenüber Menschen zeigen.
• Auch kein aggressives Verhalten gegenüber anderen Hunden.
• Ach, und bitte den Besuch nicht anspringen oder anbellen.
• Auch ansonsten niemanden anspringen oder anbellen.
• Bellen vielleicht am besten nur dann, wenn der Einbrecher kommt.
• Andere Geräusche soll der Hund bitte nicht mit Bellen kommentieren.
• Er soll auf die Kommandos (Signale) hören, aber natürlich nicht nur für Le­­ckerli, sondern einfach so, weil Mensch es ihm sagt.

Diese und ähnliche Aussagen gehören zu den Standards. Ich kann die Wünsche der Menschen durchaus nachvollziehen: Wer wünscht sich nicht einen wohlerzogenen Hund. Einen Hund, der einfach gut an unseren Alltag angepasst ist. Aber können unsere Hunde dem gerecht werden? Sie erbringen schon allein dadurch, dass sie sich in unserer Welt zurechtfinden müssen, eine sehr hohe Anpassungsleistung. Allein die täglichen Gassi-Runden verlangen mit ihren unendlich vielen Düften und Gerüchen der Umwelt schon ein hohes Maß an Disziplin von einem Hund ab. Die vielen Hundebegegnungen, denen ein Stadthund ausgesetzt ist und die ihm, je nach Persönlichkeit des Hundes, unter Umständen ebenfalls ein hohes Maß an Kontrolle abverlangen.

Sei es, weil er gern mit anderen Hunden spielen möchte oder weil er sich vielleicht nicht bei jeder Hundebegegnung gut fühlt, aber dies dann aushalten muss, weil er durch eine Leine begrenzt ist. Gut und richtig für unsere Hunde wäre, dass die Menschen sich darüber bewusst sind, dass viele der aufgezählten Trainingswünsche nicht von jedem Hund in Eigenleistung bzw. generell nicht von jedem Hund erbracht werden können. Es mag sicher Hunde geben, die ohne großen Trainingsaufwand einfach so durch sämtliche Situationen gehen, ohne dabei auffällig zu werden oder Schaden zu nehmen. Jeder Hund ist, wie auch jeder Mensch, ein Individuum. Jeder Hund bringt andere Voraussetzungen mit – eine andere Persönlichkeit. Hunde benötigen Zeit, um gewisse Anforderungen erfüllen zu können, die ihre Menschen an sie stellen. Wenn man das ganze Thema dann mal auf Menschen allgemein oder auch auf sich selber bezieht, wird einem schnell klar, dass auch viele Menschen nicht alles leisten können, was der Alltag so mit sich bringt. Es gibt genug Menschen, die es mit vielen anderen Menschen auf engem Raum zum Beispiel nicht aushalten können – die einfach keine Menschenmassen mögen. So ähnlich geht es auch einigen Hunden. Auch sie haben ihre Individualdistanz – einen Abstand zu anderen Lebewesen, der ihnen noch angenehm/nicht zu eng erscheint.

Manche Menschen sind nicht gern allein, fahren nicht gern Auto oder neigen bei Überforderung zu aggressiven Verhaltensweisen. Man muss kein Hundeexperte sein, um sich ganz einfach vorstellen zu können, dass es unseren Hunden ähnlich geht. Auch ihre Anpassungen an Gegebenheiten, Situationen etc. haben Grenzen. Jeder, der es für selbstverständlich hält, dass sein Hund einfach so jede Alltagssituation meistern müsste, sollte vielleicht mal darüber nachdenken, ob denn er selber oder beispielsweise Menschen in seinem Umfeld eine solche Leistung erbringen können. Schnell kommt man zu dem Ergebnis, dass es niemand schafft, immer angepasst zu sein. Wenn wir uns gewisse Verhaltensweisen im Alltag von unseren Hunden wünschen, dann müssen wir unsererseits dafür die Voraussetzungen schaffen und versuchen, dieses Ziel durch ein positives Training zu erreichen. Dabei muss man allerdings immer wieder berücksichtigen, dass auch Training seine Grenzen hat.

Wenn ich ein Hund wäre …
… wünschte ich mir, dass meinem Menschen klar ist, dass ich auch nur ein Hund mit persönlichen Stärken und Schwächen bin. Dass mir manche Dinge ganz leicht fallen, andere aber wiederum sehr schwer. Dass ich manches durch gezieltes, kleinschrittiges Training werde bewältigen können, aber manches trotz Trainings eben auch nicht. Ganz sicher werde ich bei den mir gestellten Aufgaben immer wieder auf die Hilfe und die Geduld meines Menschen angewiesen sein.

Berührungstoleranz
Hunde anzufassen ist für viele Menschen ein wunderschönes Gefühl. Ich selber kann manchmal nicht beschreiben, wie unglaublich gut es tut, meinen Hund zu streicheln. Ihr schönes weiches Fell, ihre knuddeligen Pfötchen, ihre flauschigen Öhrchen – herrlich! Um es kurz zu machen: Für uns Menschen ist das Berühren unserer Hunde immer wieder ein Highlight. Aber wie empfinden unsere Hunde unsere Berührungen? Ist es für sie im selben Maße angenehm wie für uns? Immer und zu jeder Zeit? Und an jeder Stelle ihres Körpers? Wie viel Rücksicht müssen denn Menschen darauf nehmen, ob es einem Hund gerade angenehm ist berührt zu werden oder nicht? Darf ich meinen Hund nicht streicheln, knuddeln oder anfassen, wann ich es möchte? Wie sieht es mit fremden Menschen aus? Muss es möglich sein, dass ein Hund sich – egal von wem und auf welche Art und Weise – einfach so berühren lässt?

Natürlich haben auch Hunde Körperstellen, an denen sie Berührungen gegenüber toleranter sind. Ebenso wie Situationen, in denen Berührungen angenehmer oder unangenehmer empfunden werden. Auch Erfahrungen, die ein Hund mit Berührungen gemacht hat, spielen eine große Rolle bei der Berührungstoleranz. Stellt das Tier beispielsweise unangenehme Verknüpfungen mit Berührungen oder mit der Annäherung der menschlichen Hand her, so kann allein dies zu Meideverhalten des Hundes, also zum Auslösen von negativen Emotionen führen. Viele Hunde mögen Berührungen an ihrem Kopf nicht gern. Wenn man mal ganz ehrlich ist: Wer mag schon unangekündigt von oben auf dem Kopf getätschelt werden? Für viele Hunde ist dies allerdings gängige Praxis: Der Mensch ruft beispielsweise seinen Hund aus dem Freilauf zu sich heran und belohnt dann das Herankommen erst einmal mit einer ausgiebigen Streicheleinheit über den Kopf. Vielfach wird leider nicht erkannt, dass der Hund diese Streicheleinheit als alles andere als eine Belohnung empfindet. Oftmals wollen Hunde sich in erregenden Situationen – wie es sicher auf einem spannenden Spaziergang der Fall ist – nicht gern anfassen lassen. Auch der Ruheplatz eines Hundes wird leider häufig genug nicht als solcher respektiert – diese Art der Beziehungspflege stößt nicht bei allen Hunden auf Gegenliebe. Manche Hunde bringen dies klar zum Ausdruck, indem sie knurren, andere Hunde wiederum fügen sich stumm ihrem Schicksal, obwohl sie eigentlich lieber in Ruhe gelassen werden möchten.

Es hat allerdings sehr viele Vorteile sowohl auf Seiten des Menschen als auch auf Seiten des Hundes, wenn Berührungen grundsätzlich als positiv empfunden werden. Berührungen machen nicht nur einen erheblichen Teil der Beziehungspflege aus, sondern können ein wichtiger Trainingsbaustein sein und manchmal, wenn es um die Versorgung des Hundes geht, sind sie sogar unabdingbar. Tierarztbesuche und die medizinische Versorgung des Tieres lassen sich leider nicht ein Hundeleben lang vermeiden. Auch im Alltag nützliche Berührungen, wie das Abputzen der Hundepfoten, haben schon in so mancher Mensch-Hund-Beziehung für unangenehme Begebenheiten gesorgt.

Stellt man als Hundehalter im Zusammenleben mit seinem vierbeinigen Familienmitglied fest, dass es in diesem Bereich Defizite gibt, kann man sehr gut an der Berührungstoleranz arbeiten. Mit der nötigen Sensibilität und kleinen Trainingsschritten kommt man seinem Ziel, einem Hund, dem Berührungen nicht nur nichts ausmachen, sondern der Berührungen sogar toll findet, näher. Bei dem Thema Berührungen verhält es sich wie bei allen anderen Themen auch: Training hat Grenzen! Lebt man mit einem vierbeinigen Familienmitglied mit besonders unangenehmen Erfahrungen zusammen, kann es sein, dass solch ein Tier niemals zum Berührungsfanatiker wird. Andererseits gibt es Hunde, bei denen keine Art von Training erforderlich ist, weil sie Berührungen einfach so genießen und toll finden.

Leider kommt es noch immer viel zu häufig vor, dass die Kommunikation (Knurren) eines Hundes in solchen Situationen als boshaft und gegen den Menschen gerichtet bewertet wird. Viel zu wenige Menschen machen sich da­­rüber Gedanken, dass auch Berührungen unter Umständen gelernt sein wollen.

Wenn ich ein Hund wäre …
… wäre es mir wichtig, dass Menschen sehr sensibel mit diesem Thema umgehen und meine Kommunikation richtig verstanden und gedeutet wird. Ich mag sicher gern von meinen Menschen gekrault und gestreichelt werden – aber vielleicht nicht immer oder einfach nicht in jeder Situation.

Aus „Mein Herz bellt“, Ausgabe 17/2016

Pdf zu diesem Artikel: hundewuensche_teil2

 

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Clarissa Mayer-Trommer
Clarissa Mayer-Trommer hat 2007 ihre Ausbildung zur Tierpsychologin mit dem Schwerpunkt Hund bei der ATN (Akademie für Tiernaturheilkunde) abgeschlossen. Sie nimmt regelmäßig an wissenschaftlich fundierten Weiterbildungen zu verschiedenen Themen rund um den Hund teil. Ihr vorwiegendes Tätigkeitsfeld ist die Verhaltenstherapie. Seit 2015 hat sie die Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Ausbildung von Hunden gemäß § 11 Tier- SchG. Sie gibt ihr Wissen gerne an andere Hundehalter weiter, um zu einem harmonischen Miteinander zwischen Menschen und Hunden beitragen zu können. www.tierpsychologischeberatung.me

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