Wenn rasche Hilfe nötig ist!

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Weil Tierschützerin K. von den vor Ort Zuständigen keine Hilfe bekam, wandte sie sich an WUFF: In Eisleben (Sachsen-Anhalt) würde Herr W. seine vier Hunde in erbärmlicher, tierquälerischer Weise halten. Die Hunde würden sich ständig Kämpfe liefern, hätten schwere Bissverletzungen an Kopf und Beinen, das „Trinkwasser“ sei nur eine warme, trübe grüne Brühe, und bei Temperaturen jenseits der 30 Grad sei für die Hunde keine Möglichkeit eines kühlen schattigen Platzes. Einer der Hunde habe seit 2 Tagen ein halb abgebissenes Ohr, welches entzündet aussehe und auch von Fliegen bedeckt sei. Anwohner hatten sich bereits mehrfach über die katastrophale Hundehaltung des Mannes beschwert, Anzeigen erstattet und die lokale Presse informiert. Jedoch ohne Ergebnis. Die Verantwortlichen sahen keinen Handlungsbedarf.

Netzwerk Tierschutz
Der Anruf von Tierschützerin K. war nicht umsonst. Innerhalb von wenigen Minuten fand sie Hilfe. Möglich wurde dies durch ein in Zusammenarbeit mit WUFF deutschlandweit entstandenes Tierschutznetzwerk, das sich schon bei der Flutkatastrophe im Vorjahr bewährt hatte (s. WUFF 10/2002). Seither ist dieses Netzwerk immer dichter und damit effektiver geworden. Es gründet sich auf die Kommunikationsmittel Telefon, Internet und persönliche Begegnungen.
Und so begann nach dem Anruf von Frau K. bei WUFF noch am selben Abend die lebensnotwendige Rettungsaktion für 3 der Hunde, die sich in einem erbärmlichen Zustand befanden. Der 4. Hund hingegen war mysteriöserweise verschwunden.

Konkrete Hilfe
Wie sah nun diese rasche Hilfe aus? Das Ehepaar H. aus Stolberg vom Tierschutzverein Südharz fuhr sofort nach Eisleben und traf sich vor Ort mit Frau K. und anderen. Die umgehend alarmierte Polizei stellte sofortigen Handlungsbedarf fest und rief die Feuerwehr, die den Zaun des unbewohnten Grundstückes aufschnitt.

Rettung in höchster Not
Eine private engagierte Tierärztin behandelte – ohne vorher nach Kostenübernahme zu fragen – bis weit nach Mitternacht die völlig entkräfteten Hunde, die zudem alle unter hohem Fieber litten. Entsetzt stellte die Veterinärin zahlreiche, bereits vereiterte Bissverletzungen fest. Das Entsetzlichste aber war Arons Ohr: Teilweise abgebissen und angefault. Wegen seines lebensbedrohlichen Zustandes und der bevorstehenden erforderlichen Amputation musste Aron in der Praxis bleiben.

Zweite Rettung vor dem Tierheimleiter
Während also Aron vorerst in Sicherheit war, wurden die beiden anderen Hunde im örtlichen Tierheim untergebracht, dessen Leiter S. ankündigte, er werde sie dem Halter zurückgeben. Unfassbar! Hatte er Angst vor dem Hundehalter, oder war er nur einfach gleichgültig? Dieser drohenden Gefahr für die gequälten, kranken Hunde kamen nun einige Südharzer Tierschützer zuvor und verbrachten die beiden Tiere in offensichtlich geheime Pflegestellen, wo sie sich nun langsam erholen können. Mittlerweile ist auch Aron in einer solchen „verschwunden“ und in Sicherheit.

Eisleben – ein Präzedenzfall
Sowohl der Täter als auch alle Verantwortlichen, damit auch die weitgehend untätig gebliebene zuständige Amtstierärztin Dr. P., werden nun mit Anzeigen zu rechnen haben. Doch das Ziel ist nicht nur eine straf- und disziplinarrechtliche Verfolgung der unglaublichen Vorgänge in Eisleben, sondern darüber hinaus ein Nachahmungseffekt in den anderen zahlreichen skandalösen Tierschutzfällen, bei denen die Täter oft genug wegen der Unerfahrenheit der Tierschützer durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen und ihrer gerechten Strafe entgehen. Vielleicht gelingt es doch noch, aus dem manchmal „zahnlosen Papiertiger“ Tierschutzgesetz ein wirkungsvolles Instrument für den wahren Schutz der Tiere zu machen, indem untätige Verantwortliche rechtzeitig zum Eingreifen bewegt werden. (Siehe dazu auch Fall Rosa, WUFF 9/03).

>>> WUFF – INFORMATION

Spenden für Tierarztkosten

Alle drei geretteten Hunde bedürfen weiterhin tierärztlicher Behandlung. Bei der Hündin wurde eine Gebärmuttervereiterung festgestellt, sie musste bereits in der ersten Woche auch notoperiert werden. Diese unerwartet hohen Kosten kann der Tierschutzverein Südharz allein nicht tragen. (Insgesamt inzwischen über 1300 Euro). Aus diesem Grund ist er auf Spenden angewiesen. Wer helfen möchte, bitte Spenden an:

– Kreissparkasse Sangerhausen, Tierschutzverein Südharz e.V., Konto-Nr. 39090511, Bankleitzahl 80053552,
Kennwort Lisa und Co.

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