Wenn´s ums Fell geht: Haare, Haare – nichts als Haare!

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Zahlreiche Anfragen zu diesem Thema zeigen uns, dass hier offensichtlich ein großer Informationsbedarf bei Hundehaltern – besonders langhaariger Rassen – herrscht! Wir wenden uns mit unserer Service-Reihe ganz bewusst nicht an Züchter oder Aussteller, die ohnehin ihre Experten haben, sondern an den normalen Hundehalter, der eher zufällig auf den Langhaar-Hund gekommen ist und dann oft von der normalen Pflege seines Lieblings überfordert ist. Jeder Spaziergang im Wald, jedes fröhliche Spiel in den Pfützen oder Herumwälzen auf wunderbar „duftenden" Wiesen wird zur mittleren Katastrophe, wenn Struppi dann freudestrahlend aber in merkwürdigem Zustand sich wieder bei Frauchen oder Herrchen zurück meldet. Und selbst der cleverste Wuschelhund ist schon mal gegen einen Laternenpfahl oder einen Mauervorsprung gelaufen, weil er wegen seiner dichten „Gardine" vor seinen Augen „blind" durch die Gegend tappste.

Was also tun?
Die Hundehalter, die bewusst ein langhaariges Exemplar bei einem guten Züchter kaufen, erhalten in der Regel einen oder mehrere Intensiv-Pflegekurse und können sich auch später jederzeit mit allen Fragen rund um ihren Hund vertrauensvoll dorthin wenden. Der „normale" Hundehalter aber, der z.B. auch einen Hund aus dem Tierheim bei sich aufnimmt und über wenig Kenntnisse in der Hundepflege verfügt, steht ziemlich hilflos vor den Problemen, die besonders langhaarige Hunde mit sich bringen. Er hat großes Glück, wenn sich in seiner Nähe ein gut geführter Hundesalon befindet, wo ihm kurzfristig durch einen gründlichen Service geholfen wird, was allerdings – je nach Größe des Hundes und Art und Zustand des Fells – nicht gerade billig ist, da der Aufwand oft sehr groß ist, um erst einmal „Grund" in einen vernachlässigten Vierbeiner zu bringen.
Der Vorteil aber ist, dass die Fachkraft dann bei der Auswahl der notwendigen Pflegewerkzeuge beraten kann und bereitwillig Tipps für die zwischenzeitliche „Eigen-Pflege" geben wird, um dem Hund ein angenehmes, beschwerdefreies Leben zu ermöglichen – bis vielleicht zum nächsten Termin im Hundesalon.
Wir werden auch in den nächsten Folgen unserer Service-Reihe weiter auf die unterschiedlichsten Probleme eingehen und ausgewählte Fragen im Heft beantworten. Zwei davon finden Sie in den Kästen.




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Scheren oder nicht scheren?

Frau Ute B. besitzt einen hübschen 6jährigen Lhasa Apso namens Shari. Sie fragt: „Diverse Züchter und Tierärzte sind geteilter Meinung: Die einen meinen: Niemals schneiden, bzw. scheren, die anderen sagen ja. Mir selbst fällt auf, dass sich trotz Bürsten im Frühjahr das Unterfell verfilzt und mein Hund versucht, sich selbst die Unterwolle rauszubeißen. Was raten Sie mir: Wie oft soll ich Ihn schneiden bzw. scheren lassen? Was kostet das? Tut ihm das weh?

Antworten:
Das richtige „Schneiden" oder „Scheren" des Felles ist nicht gesundheitsschädigend. Viele Tiere fühlen sich gerade bei heißen Temperaturen mit kurzem Fellkleid wesentlich wohler und erleben diese Behandlung ohne „Schmerzen"! Wenn Ihr Hund durch seine Unterwolle leidet, muss diese mit dem richtigen Pflegewerkzeug entfernt werden. Wichtig ist das vorsichtige „Kämmen" bis zum Haaransatz. Mit der Bürste erreichen Sie oft nur eine oberflächliche Entwirrung seiner Deckhaare. Mindestens 3mal pro Woche sollten Sie Ihrem Hund eine Ganzkörperpflege mit Bürste und Kamm gönnen. Wie oft Sie Ihrem Hund die Haare kürzen lassen, hängt u.a. von deren Wachstum ab. Die Kosten für einen Komplett-Service belaufen sich auf ca. 50,- Euro und variieren je nach Größe des Hundes und Zustand seines Felles!




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Tibet Terrier

Im Folgenden geht es um den Tibet Terrier „Neema" von Herrn N. Pogány, wobei es neben der Pflege auch um eine Frage geht, die einer Antwort vom Tierarzt bedarf.

Fragen:
1. Wir pflegen das Fell unserer Tibet-Terrier-Dame durch regelmäßiges tägliches Bürsten und kürzen es hin und wieder. Kann man professionell Unterfell und das lange Überfell gleichmäßig schneiden?
2. Gibt es hier Regeln, wie kurz ein Tibet-Terrier geschoren werden darf, ohne dass es für ihn ungesund ist ?
3. Beim Kraulen bemerke ich an ihrer Haut einige – so glaube ich – Warzen. Können auch Sie diese entfernen, oder muss ich hier zum Tierarzt?

Antworten:
Zu den ersten beiden Fragen: Das „Unterfell" ist wetterbedingt stark oder schwächer vorhanden und kann nur durch eine Schur gleichmäßig mit dem Deckhaar geschnitten werden. Man kann dem Hund mit der Maschine (das wird regelmäßiger) eine Haarlänge bis zu ca. 8 cm scheren oder die gewünschte Länge mit der Schere schneiden. Um Gesundheitsschäden zu vermeiden, verwende ich keine hautnahen Scherköpfe! Die Haut jedes Tieres muss vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt sein. Rassebedingt gibt es keine Regeln für die Haarlänge, außer bei Ausstellungen.
Zur dritten Frage nimmt der um Rat befragte Tierarzt Stellung: Warzen sind meistens oberflächlich rau und zerklüftet. Zu fragen wäre noch, ob sich Talg oder anderes Material auf Druck entleert. Auf alle Fälle sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, der für derlei Hautprobleme zuständig ist. Dort wird unter lokaler Betäubung – falls notwendig – in einem kleinen chirurgischen Eingriff eine Gewebeprobe entnommen, nach deren Untersuchung dann über die weitere Behandlung entschieden werden kann.



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Fragen zur Hundepflege?
Experten antworten in WUFF!

Im Rahmen des WUFF-Service leiten wir alle Ihre Fragen zum Thema Hundepflege zur Beantwortung an Experten weiter. Die Antworten auf die für diese Ausgabe ausgewählten Fragen entstanden in Zusammenarbeit mit Suyin Orlowski (Hundesalon „Dog & Cat Styling" im 9. Bezirk in Wien, http://www.dogsalon.at), Tierarzt Dr. Ulli Wendelberger (http://www.taz.at), Ruth Mix (D-45357 Essen) und Dr. Elke Narath (TierWellness, http://www.8ung.at/tiermassage).
– Anfragen, ev. mit Foto Ihres Hundes, elektronisch an redaktion@wuff.at oder per Post an WUFF, A-3034 Maria Anzbach.


 

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