Wie die Zeit vergeht … Redaktionshund Pauli ist 1 Jahr alt geworden

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Seit dem letzten Pauli-Artikel ist einige Zeit vergangen. Mittlerweile ist er 1 Jahr alt geworden und mitten in der Pubertät. Trotzdem ist Pauli – wenn auch etwas stur und eigensinnig – ein braver Hund. Pauli hat wieder viel erlebt, wie Sie im folgenden Artikel erfahren.

Pauli – der Sammler
Pauli hat in seinem ersten Lebensjahr sehr viele Spielsachen angesammelt. Teilweise habe ich sie ihm gekauft, teilweise hat er sie geschenkt bekommen. Neben seinem Kuschelschwein, das seit der achten Lebenswoche bis heute überlebt hat (!), hat sich ein kleiner roter Ring aus Naturkautschuk als sein Lieblingsspielzeug etabliert. Man kann es nicht oft genug werfen. Den ganzen Tag über bietet er es einem an. Wenn Besuch kommt, sucht er als Erstes sein »Ringi« – bei uns haben alle Gegenstände Namen – und erst dann wird der Besuch begrüßt. Das hat auch Vorteile, denn so landen die Pfoten eines mittlerweile 38 Kilo schweren Pauli nicht auf den Schultern der Besucher, sondern bleiben am Boden. Sein Kuschelschwein heißt »Schweindi«, und wenn ich Pauli frage »War das Schweindi wieder böse?«, dann schüttelt er es wie wild durch. Er liebt es einfach, mit seinen Spielsachen bespielt zu werden. Nicht selten landet eines davon auf meinem Arbeitstisch, gefolgt von einem daneben sitzenden Pauli mit großen erwartungsvollen Augen …

Sein Urlaub
Üblicherweise begleitet mich Pauli bei meinen Urlauben, doch beim diesjährigen Camping-Saisonauftakt im April am Gardasee musste er zu Hause bleiben. Zu Hause bedeutete in diesem Fall, dass er eine Woche bei seiner Züchterin sein konnte. Ich glaube, das war für ihn schöner als mit mir zu fahren, denn er war im Kreis seiner Familie, mit der er seine ersten acht Wochen verbracht hatte. Mit drei anderen Hunden im Rudel zu leben macht eben richtig Spaß. Wenn ich bei der Züchterin zu Besuch bin und wir wieder wegfahren, dreht Pauli demonstrativ um, geht zu den anderen Hunden und setzt sich dazu, als ob er mir sagen will, »ich bleibe da!«. Besonders gut versteht er sich mit dem Rüden im Rudel, seinem Großonkel Bamm Bamm, aber dazu später mehr.

Das Fotomodell
Als Pauli diese eine Woche bei seiner Züchterin Elisabeth Binder verbrachte, nahm sie an einem Hundefoto-Workshop der Tierfotografin Ria Putzker (www.rp-photography.at) teil. Das traf sich gut, denn so konnte sie Pauli gleich als Fotomodell mitnehmen. Der Workshop für Anfänger sowie Fortgeschrittene gliederte sich in mehrere Bereiche, vom professionellen Umgang mit der eigenen Kamera bis hin zur Photo­­shop-Bildbearbeitung. Da Pauli die Grundbegriffe im Gehorsam schon kann, war es kein Problem, ihn für die Fotos zu positionieren, und so entstanden tolle Fotos von ihm, wie beispielsweise das Aufmacherfoto dieses Artikels, aufgenommen von der Tierfotografin Ria Putzker. Und das Ganze fand statt, während ich entspannt am Gardasee auf Urlaub war.

Ausgestellt
Ende April fand wieder die alljährliche American Bulldog-Show statt, die »Pannonien Competition«, veranstaltet vom »American Bulldog Club Czech and Slovak Republic«. Das ist eine sehr familiäre und gemütliche Ausstellung, bei der American Bulldog-Halter aus mehreren Nationen zusammenkommen. Es fanden sowohl am Samstag als auch am Sonntag von zwei verschiedenen amerikanischen Rasseverbänden jeweils zwei Ausstellungen statt, insgesamt also vier Wettbewerbe an zwei Tagen. Pauli hat an zwei davon teilgenommen und bei einer der beiden Ausstellungen wurde er Drittplatzierter, sein Bruder Buddy wurde Erster. Buddy ist einfach auch ein wunderschöner Hund, das muss Pauli neidlos zugeben. Immerhin hat es bei Pauli für eine Medaille gereicht und ich bin ja eigentlich kein Aussteller, sondern mache da mit aus Spaß und Freude am Dabeisein und weil man Freunde treffen kann. Diese Ausstellungen sind auch nicht mit den herkömmlichen großen Hundeshows vergleichbar, wo die Hunde in Hallen in kleinen Ringen im Kreis laufen. Hier gibt es große Ringe im Freien auf der Wiese.

Besuch vom besten Freund
Ich bin mit Paulis Züchterin in regelmäßigem Kontakt und so besuchte sie uns im Mai gemeinsam mit ihrem achtjährigen Rüden Bamm Bamm. Das war für Pauli eine große Freude, einerseits seine »zweibeinige Mama« wiederzusehen und andererseits seinen besten vierbeinigen Kumpel Bamm Bamm. Pauli kennt keine Aggression gegenüber anderen Hunden (gegenüber Menschen sowieso nicht) und das soll auch so bleiben. Daher ist es gut und wichtig, dass auch gelegentlich ausgesuchte Hunde in Paulis Revier zu Besuch kommen, denn das ist ja immer eine andere Dimension als auf neutralem Boden. Pauli hat in seinem Garten den achtjährigen intakten Rüden nicht nur akzeptiert, sondern sich über den vierbeinigen Besuch riesig gefreut.

Es ist ein Segen für einen Welpen, wenn er mit einem souveränen Rüden aufwachsen kann, und genau das war bei Pauli der Fall. Damit bekommt ein Hund sozusagen die Grundbegriffe eines guten Sozialverhaltens schon in die Wiege gelegt. Bamm Bamm ist ein wirklich toller »Erziehungsrüde« und ist auch mit anderen erwachsenen Rüden stets freundlich und auch nachsichtig, wenn sie mal frech werden.

Ich bin kein Anhänger von Welpengruppen, weil es nur sehr wenige gut geführte zu geben scheint. Ich bin der Meinung, dass die Hunde in den meisten Welpengruppen eher das Raufen lernen anstatt gut sozialisiert zu werden. Zu große Alters- und Größenunterschiede der Welpen machen in meinen Augen eine geeignete Welpengruppe meist zunichte. Daher im Zweifelsfall lieber keine Welpengruppe anstatt einer schlechten. Pauli war also in keiner Welpengruppe, war aber natürlich immer mit ausgesuchten, mir bekannten Hunden zusammen. Auch in der Hundeschule hat er gelernt, neben anderen Hunden zu trainieren. Bei Fremdhund-Begegnungen habe ich ihn nie einfach so spielen lassen und ich glaube, diese Vorgehensweise hat sich als eine sehr gute erwiesen. Pauli hat noch nie in seinem jungen Leben eine schlechte Erfahrung mit anderen Hunden gemacht und das soll möglichst lange so bleiben. Jedenfalls hat Pauli den Tag mit seinem Großonkel Bamm Bamm sehr genossen, und als er gefahren ist, hat Pauli von innen am Gartentor gekratzt und gefiept. Das hat er zuvor noch nie getan.

Vor zehn Monaten haben Freunde gesagt »genieße die Welpenzeit, sie geht so schnell vorbei«. Zuerst kann man es nicht erwarten, dass die Kleinen wachsen, und dann sind sie »auf einmal« erwachsen. So, und jetzt geht‘s auf ins zweite Jahr.

Pdf zu diesem Artikel: pauli_ein_jahr

 

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