Wo ist Chester …?

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Seit zwei Jahren vermisst – Alltagsgeschichte

Durch den Artikel in WUFF 12/2017 (Wenn der Hund für immer wegläuft) ermutigt, erzählt Tanja Kapeller ­ihre ganz persönliche Geschichte und die ihres vermissten Hundes Chester. Man könnte fast sagen, dass Chester unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, und das seit zwei Jahren. Tanja Kapeller hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Chester wiederzufinden.

Ich habe damals am 27. Dezember 2013 endlich einen eigenen Hund bekommen. Einen Schäfermischling namens Chester. Damals war er noch 7 Wochen alt, als er bei uns einzog. Chester war immer ein sehr folgsamer und anhänglicher Rüde. Doch dann wurde er 7 Monate alt und die Problemchen begannen. Er wurde verhaltens­auffällig, fing an auf fremde Menschen – speziell Männer – zu reagieren. Nach Rücksprache mit meiner damaligen Trainerin haben wir ihn dann kastrieren lassen. Tja, das war mein größter Fehler, denn das verschlimmerte die ganze Situation noch mehr. Hinzu zu seiner Verhaltensauffälligkeit kam sein ausgeprägter Schutztrieb. Er wollte mich vor allem und jedem beschützen, was natürlich nicht sehr freundlich geschah.

Mit Chester zum Hundetrainer
Wir versuchten vieles, doch bekamen es leider nicht in den Griff. Durch Bekannte stieß ich auf einen Hundetrainer aus dem Bezirk Tulln. Wir telefonierten und vereinbarten einen Termin, um meinen Chester hinzubringen. Also brachten wir Chester am Sonntag, dem 25. Mai 2015 hin. Alles klang sehr nett und verständnisvoll, denn wir machten den Trainer darauf aufmerksam, dass Chester sehr schlau ist und er jede Tür sowie Lade öffnen kann. Am Montag früh sprach ich dann mit dem Trainer und er war sehr begeistert von Chester und seinem „großen Herz“. Wir waren aber nicht glücklich mit unserer Entscheidung und ich teilte dem Trainer mit, dass wir Chester wieder abholen möchten, da er einfach sehr in unserer Familie gefehlt hat. Der Trainer sagte mir, ich solle ihn doch bitte noch bis Mittwoch bei ihm lassen, da er noch ein paar ­Trainingseinheiten mit ihm machen ­wolle. Nun gut, ich stimmte zu, auch wenn mein Bauchgefühl nein sagte.

Der große Schock – Chester ist ­verschwunden
Mittwoch rief ich dann den Trainer an, um ihm Bescheid zu geben, dass wir unser Familienmitglied heute abholen. Und dann kam die traurigste Nachricht, die mich je erreichen konnte. Ich kann mich noch an die Worte erinnern, als wäre es gestern gewesen: „Es tut mir leid, aber, ähm, euer Chester ist seit Montag, 26. Mai 2015 nicht mehr hier.“ Ich fragte ihn: „Was, warum? Wo ist er denn?“ Daraufhin meinte er: „Er ist mir entlaufen, ich dachte, er kommt wieder zurück, er und ein anderer Hund sind zusammen entlaufen. Der andere Hund ist zurückgekehrt, nur Chester nicht.“ Ich brach in Tränen aus und konnte kaum was sagen. Chester ist mehr als nur ein Hund für mich, er ist wie mein Seelenverwandter. Völlig aufgelöst und mit den Tränen in den Augen fuhr ich sofort nach Sankt Andrä Wördern (Bezirk Tulln), um meinen geliebten Schäfer­mischling zu suchen. Wir ­hängten Flyer auf, informierten die Gemeinde, die Polizei, die Tierheime und die Jäger im Umkreis von 20 Kilometern. Gasthäuser, Supermärkte und Vereine haben wir ebenso informiert. Es gab dann eine Sichtung, leider ohne Foto, und da wir aus dem Waldviertel, Bezirk Gmünd kommen, brauchten wir immer mindestens 1,5 Stunden zu den Sichtungen im Bezirk Tulln.

Doch dann, am 1. Juni 2015 endlich eine Sichtung mit Foto. Damals rannte Chester auf der Autobahn und wurde dann in den nebenliegenden Ortschaften Schmida und Zaina heruntergetrieben. Dort sah ihn das erste Mal mein Bruder live, nur leider aus einer viel zu weiten Entfernung. Chester ist sehr panisch gewesen, so wie viele entlaufene Hunde. Ich wusste dann oft nicht, wie es weitergehen sollte oder wo ich noch weitermachen sollte. Dann traf ich auf den Tierschutzverein „Hunde-Such-Hilfe“ (www.facebook.com/Hunde-Such-Hilfe). Ich lernte die Obfrau des Vereins kennen und sie gab mir viele wertvolle Tipps. Die ganzen 2 Jahre, die ich schon suche, hat mich dieser Verein immer mit vielen Tipps und Möglichkeiten unterstützt. Wir haben dann im Umkreis von 50 km alles „zugeflyert“ und den Gemeinden, Vereinen, Tierärzten, Tierheimen, Polizei­stationen, Jägern sowie Gemeinden Bescheid gegeben. Wir hatten Futterstellen eingerichtet und Fallen aufgestellt.

Immer wieder hatten wir Sichtungen, oft auch mit Fotos, nur leider waren wir immer viel zu spät vor Ort und ­Chester viel zu schnell. Seine Route führte Richtung nach Hause. Es schien immer, als suchte er uns und fände den Weg. Die letzte Sichtung, von der ich weiß, dass sie ziemlich sicher ist, liegt nun ein Jahr zurück. Im Sommer 2016 wurde er in 3572 St. Leonhard am Hornerwald gesehen. Ich bekam 2017 auch Sichtungen aus St. Leonhard am Hornerwald. Chester scheint sich dort noch immer aufzuhalten.

Bitte um Unterstützung
Ich bitte Sie, liebe Leserinnen und Leser, halten Sie die Augen offen. Mein geliebter Chester ist seit bald tausend Tagen vermisst und er könnte nun schon überall sein. Gerne können Sie meine Suche seit seinem Verschwinden unter http://www.facebook.com/chestervermisst verfolgen. Wer kennt meinen Chester oder weiß, wo er sich aufhält? Vielleicht hat Ihr Nachbar seit Kurzem einen Schäfermixrüden? Gerne nehme ich auch anonyme Hinweise entgegen. Chester ist am 1.11.2013 geboren, kastriert, gechipt & registriert auf AnimalData und Tasso. Hinweise bitte an +43 664 3928823, Besitzerin Tanja Kapeller. Gerne auch per Mail an: [email protected]. Bitte helfen Sie uns, wieder zusammen zu finden. Jeder noch so kleine ­Hinweis könnte wichtig sein. Ich vermisse ­meinen Chester wirklich sehr.

PS: Mittlerweile weiß ich, dass man ­seinen Hund nicht einfach an einen ­Trainer weitergibt. Ich habe die ­größte Strafe dafür bekommen – ich habe meinen besten Freund verloren. Ich habe seit Chesters Verschwinden die Aus­bildung zum Verhaltenshundetrainer und Hundetrainer gemacht, damit mir so etwas nie wieder passieren kann.

Pdf zu diesem Artikel: alltagsgeschichte_chester

 

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