Woher kommen Sie? – Ursprung und Verbreitung der Wölfe

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Themenschwerpunkt: Der Wolf

»Woher kommen’s denn?« wäre eine Frage, die ein wissbegieriges Kind stellen könnte und die ich kurz und in einfachen Worten im folgenden Artikel beantworten möchte. Wie in der Frage, steckt auch in der möglichen väterlichen Antwort eine gewisse Zweideutigkeit, die es räumlich und zeitlich aufzulösen gilt. Daher will ich zunächst die geografische und dann die naturgeschichtliche Herkunft der Wölfe abhandeln und dabei nicht auf die Beziehungen zu den Haushunden vergessen.

Verbreitung und Populationen der Wölfe
Bevor der lang andauernde Konflikt zwischen Wolf und Mensch begann, hatte der Wolf unter allen Säugetieren die größte natürliche Verbreitung. Einst lebte er in ganz Nordamerika, Eurasien und Europa. Das macht eine besiedelte Fläche von etwa 70 Millionen Quadratkilometern aus, das ist mehr als die Hälfte der gesamten Landoberfläche der Erde. Dieser äußerst anpassungsfähige Räuber kam in der baumlosen Tundra, im Nadel- und Mischwaldgürtel Mitteleuropas, in Steppen und Wüsten und sogar in tropischen Regenwäldern vor. Heute kommt der Wolf auch mit vom Menschen veränderten Lebensräumen zurecht. Die den Wölfen eigene außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit ermöglichte die Besiedelung derart verschiedener Landschaftsformen (Boitani 2000, Zimen 2003, Castelló 2018).

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Prof. Dr. Hans Winkler
Prof. Dr. Hans Winkler ist Zoologe, der sich unter anderem mit evolutionsbiologischen Fragen beschäftigt. Als Verhaltensforscher und Ökologe beobachtete und untersuchte er Fische, Vögel und Säugetiere. Die Verbindung zwischen Körperbau, Verhalten und Ökologie nimmt in seinen Arbeiten eine zentrale Rolle ein. Hunde waren ihm daheim und bei der Feldarbeit immer wieder Begleiter und als das Thema Wolf in Österreich aktuell wurde, arbeitete er sich in deren stammesgeschichtliche Beziehungen und Ökologie ein. Winkler arbeitet als Ruheständler am Konrad Lorenz – Institut am Wilhelminenberg, das er einst als Nachfolger von Prof. Otto Koenig übernommen hatte.

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